Erste Schritte

Was kostet eine Mappe?

Viele Bewerber/innen haben vor Beginn ihres Mappenprozesses noch keine genauen Vorstellungen darüber, wie viel sie dieser Teil ihrer Bewerbung letztendlich kosten wird. Die finanziellen Startpositionen sind schon einmal sehr unterschiedlich – die einen sind Schüler, die anderen haben bereits eine Berufsausbildung hinter sich oder sind gerade dabei, andere kommen aus einem anderen Studium. Manche arbeiten nebenbei, andere nicht.

 

Auf die Art der Mappe kommt es an
Für die verschiedenen Studiengänge benötigt man im Endeffekt natürlich auch etwas unterschiedliche Materialien – gemeinsam haben aber fast alle, dass man in irgendeiner Form zu Papier und Stift greifen muss und einen Computer benutzen kann. Dazu kommt die Abgabeform der Mappe, für die der Druck und die Mappe selbst bezahlt werden will.

Die Materialien und Kosten unterscheiden sich nicht nur durch die Wahl des Studienganges, sondern natürlich auch durch die individuelle Arbeitsweise der Bewerber/innen. So arbeitet der eine sehr analog, der andere eher digital, einer braucht ein gutes Fotoequipment, der andere einen leistungsfähigen Computer. Manche möchten mithilfe ihrer immer ähnlich bleibenden Arbeitsweise oder Materialwahl einen Roten Faden durch ihre Mappe ziehen lassen, jemand anderes versucht, viele unterschiedliche Techniken auszuprobieren.

Hier einmal eine erste grobe Übersicht, was an Kostenfaktoren benötigt werden könnte:

Analoges:
Zeichen- und Malutensilien, Papiere und Pappe, Skizzenbücher, Fotopapiere, Kleber
Holzmaterialien, Kappaplatten, Metalle, Bearbeitungswerkzeuge
Materialien für Plastiken

Fotografisches/Film-Equipment:
Kamera
Belichtungshilfen (wie z. B. Reflektoren, Lichtquellen), Stativ, Kameratasche
Soundaufnahmegeräte

Software:
Fotobearbeitungssoftware
Illustrations-/Grafikprogramme
Filmschnittprogramme
3D/CAD Software
Gamedesign-Engines

Technik:
Computer
Graphictablet
CD/DVD Rohlinge
Druckkosten

Abgeben der Mappe:
Mappe, ggf. Transportkoffer
Reisekosten oder Versandkosten

 

Einige Kostenbeispiele
Je nach Qualität der Materialien entstehen unterschiedlich hohe Kosten. Damit ihr euch ein wenig orientieren könnt, hier einige Preisbeispiele für ein paar der oben genannten Dinge. Hier findet ihr auch eine kleine Auswahl an Material.

Vorab: Die aufgeführten Preise können für viele abschreckend sein – das braucht es aber nicht. Die Professoren erwarten von euch keinesfalls, dass ihr zur Bewerbung Unmengen an hochpreisigen Materialien vorweisen könnt, oder eine professionelle Ausrüstung habt. Unten findet ihr auch noch einige Spartipps.

Eine Fotokamera benötigt ihr, wenn ihr fotografische Arbeiten in eure Mappe tun wollt, in jedem Falle. Eine günstige Spiegelreflexkamera kostet ab ca. 350€. Eine mittelklassige geht da schon eher Richtung 600€ (meistens inklusive Full-HD Videoaufnahmen). Spiegelreflexkameras können aber auch mehr als 2.500€ kosten, das sind dann aber die wirklich professionellen. Es empfiehlt sich aber, nicht vorschnell eine Kamera für die Mappenerstellung zu kaufen. Wenn Fotografie für das Studium relevant ist, werden dort zu Beginn oft Empfehlungen für Geräte abgegeben die dann auch den Anforderungen im Studium genügen.

Ein brauchbares Stativ für die Kamera bekommt ihr ab ca. 50€, wobei die etwas teureren meistens stabiler gebaut sind und oft besseren Halt für die Kamera bieten.

Zeichenutensilien gibt es sehr viele und verschiedene. Tuschestifte bekommt man ab 3€, Marker kosten je nach Hersteller im 12-er Set etwa 30-60€. Bleistifte gibt es in HB in jedem Kopierladen zum Schleuderpreis, aber wenn ihr eine Härtegradauswahl haben möchtet (z. B. 8H bis 8B) solltet ihr in Künstler- und Bastelläden mit ca. 1€ pro Stift rechnen.

Farben, wie z.B. Acrylfarben, gibt es in sehr unterschiedlichen Preisen. Hier würde ich empfehlen, nicht zur ganz billigen z.B. aus dem Discounter zu greifen und die verschiedenen Preis-Leistungsverhältnisse zu beachten. Rechnet für die billige Acrylfarbentube mit 100 ml mit ca. 3-4€. Die Pinsel dazu gibt es von billig bis (wahnsinnig) teuer, hier solltet ihr auf euren Bedarf gucken und euch für eine Pinselart entscheiden. Pinsel aus echtem Kaninchenhaar für 40€/Stk. benötigt ihr aber eher nicht.

Falls ihr digital zeichnen müsst oder möchtet empfiehlt sich ein gutes Graphictablet. Da gibt es sicherlich günstige Angebote aus China. Eine renommierte und sichere Marke, die in der Branche auch bekannt ist, lange hält und ziemlich treiberstabil ist, wäre Wacom. Von der Marke gibt es diverse Ausführungen, für den Anfang reicht meistens eines in Größe DIN A5. Rechnet hier mit ab 120€.

Falls ihr euch für einen Studiengang in Richtung Interactive Design oder Gamedesign interessiert, gibt es da meistens gute und kostenlose Softwareangebote. Besonders bei den Game-Engines kann es aber sein, dass es nur eine beschränkte Anzahl an Aktionen gibt, oder nur eine niedrigere Schattenqualität ausgegeben werden kann. Falls euch da die kostenlose Variante, z.B. die Unreal Engine 4 trotzdem nicht reicht: Construct 2 kostet in der Personal License 100€, Unity 3D ab 35€/Monat, Gamemaker ab 99$.

Fotobearbeitungs- und Illustrationssoftware gibt es viel auch kostenfrei (z. B. GIMP). Falls ihr trotzdem zu Photoshop oder Illustrator greifen wollt, könnt ihr das regulär für ab ca. 12€ bzw. 24€/Monat tun.

CAD und 3D-Software gibt es ebenfalls kostenlos zum Herunterladen. Falls das nicht reicht: das kostenpflichtige 3D-Programm Cinema 4D gibt es beispielsweise ab 833€.

Bahntickets zum Reisen zu Mappenberatungen und der Eignungsprüfung gibt es mit Sparangeboten ab 19€. Hier findet ihr die aktuellen Angebote der DB.
Mit einer Bahncard wird es ebenfalls günstiger.

Wenn klar ist, das man viel Drucken wird, kann es sinnvoll sein nicht zum Copyshop um die Ecke zu gehen, sondern sich einen A3-Drucker für zu Hause anschaffen. Da in der Mappe fizzelige und kleinteilige Ausdrucke eher problematisch sein können, sollte man mindestens in A4, besser aber in A3 oder A2 gearbeitet haben und die Bilder dann entsprechend aufziehen. Von zu Hause aus auf A3 für eine Seminarpräsentation drucken zu können ist innerhalb des Studiums ebenfalls hilfreich. Einen A3-Fotodrucker bekommt man ab ca. 180€.

Zum Schluss das Interessanteste: die Mappe selbst, der Behälter zum Verwahren und Transportieren eurer Bilder. Hier gibt es bereits einen Artikel zu den Anforderungen der Mappe. Ein wenig regenempfindliche Pappmappen mit einfachem Bandverschluss gibt es in DIN A2 ab ca. 8€, bis hin zu Kunststoffmappen mit Reißverschluss für ca. 50€.

 

Tipps zum Geldsparen
Wie bereits oben erwähnt braucht es nicht immer das kostenpflichtige Programm, die teuersten Pinsel, die qualitativ hochwertigste vollpigmentierte Farbe oder das dickste, strukturierteste Papier zum Arbeiten. Auch die Mappe kann eine einfache Kunststoffmappe für 12€ sein.

Papier zum Zeichnen und Malen bekommt man stellenweise auch kostenlos bei Verlagen und Druckereien, die ihre Reste aus der Produktion sonst entsorgen.

Mit dem Handy statt einer Spiegelreflexkamera kannst du auch gute Fotos machen. Nutzt man das Tageslicht zum Fotografieren, braucht es nicht immer direkt Reflektoren und Fotoleuchten.

Bei der Software kann man immer gut mit kostenloser Software arbeiten, niemand erwartet, dass du teure Lizenzen schon für die Mappe erwirbst. Außerdem gibt es für kurzfristige Nutzung auch Testversionen, und wenn man noch Schüler, Student oder Auszubildender ist kann man ggf. kostenfreie Studentenlizenzen erwerben. Auch bei Adobe wird es mit der Education License billiger.

Falls ihr eine gute Grafikkarte oder Arbeitsspeicher im Computer benötigt, macht es auch Sinn, in einen guten Computer zu investieren. Ihr benötigt für einen Rendervorgang, CAD oder ein interaktives Programm jedoch nicht die absolut teuerste Computer-Konfigurierung. Guckt euch die Mindestanforderungen eurer benötigten Software an und kauft dann das, was ihr euch in dem Bereich leisten könnt.

Wenn man Fahrgemeinschaften auch bei der Bahn bildet, kann man vergünstigte Gruppentickets kaufen. Sprecht euch doch z. B. hier bei precore.net ab, wenn Eignungsprüfungen anstehen!

Am erleichternsten ist jedoch, dass all diese Kosten wahrscheinlich nicht in einem Monat auf euch zukommen werden. Der Mappenprozess dauert im Durchschnitt drei bis sechs, manchmal auch bis zu 12 aktive Bearbeitungsmonate, und ihr könnt die Kosten ein wenig verteilen.

Manches Equipment kann man sich auch einfach bei Bekannten oder Freunden leihen, ansonsten gibt es auch Geschäfte mit Ausleihstellen. Man sollte auch immer nach Gebrauchtangeboten gucken.

Eure Ausgaben könnt ihr übrigens auch bei eurer Steuererklärung geltend machen! Also: Belege aufbewahren!

Neuen Kommentar schreiben

Friends

  • Art Directors Club
  • Designdidaktik
  • Designkritik
  • Designspotter
  • designweeks.net