Mappenorganisation bei Mehrfachbewerbung

 

Manchmal hat man sich zwar für eine Studienrichtung oder einen Studiengang entschieden, könnte sich aber gleichzeitig an mehreren Hochschulen bewerben. Hier stellt sich die Frage, ob man eine favorisierte Hochschule hat und die anderen eher eine Art Notfallplan wären. Oft hat man sich im Vorfeld oder bei Beginn der Mappenerstellung schon bewusst für eine der Schulen entschieden, sodass man sich am ehesten auf eine einzelne, wirklich gute Mappe konzentrieren sollte. Weitere Mappen anzufertigen ist ein Mehraufwand und kann im schlimmsten Fall erzwungen wirken, weil sich die Qualität und Quantität sehr zum Schlechten hin von der Hauptmappe unterscheidet.

Entscheidet man sich trotzdem dazu, an mehreren Eignungsprüfungen teilzunehmen resultiert daraus nicht selten, dass sich die Mappenabgabe- und Bewerbungszeiten überschneiden und man einige Dinge beachten muss. Dann spätestens muss man sich genau organisieren.

 

Die Daten im Kopf behalten

Jede Hochschule gibt in ihren Bewerbungsunterlagen und auf der Website an, zu welchem Zeitpunkt die Eignungsprüfung bzw. die Mappenabgabe stattfinden wird. Diese Daten sollte man sich übersichtlich notieren und auf Überschneidungen achten. Zusätzlich schadet es nicht, falls die Information nicht im Internet oder in den Unterlagen zu finden ist, einmal im Sekretariat oder bei der Studienberatung anzurufen und zu fragen, für welchen Zeitraum die Mappe einbehalten wird.

Tipp:
Sollte die Abholung der Mappe erst nach einer anderen Eignungsprüfung möglich sein, an der ihr auch teilnehmen möchtet, könnt ihr an der Hochschule anrufen und fragen, ob ihr die Mappe ausnahmsweise etwas früher abholen könnt. Oft ist es aus organisatorischen Gründen nicht möglich, trotzdem ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass ihr nicht die einzigen seid, die danach fragen. Mit Glück hat sich die Hochschule für solche "Notfälle" bereits vorbereitet und kann dies ermöglichen.


 Mappenorganisation

Der Zeitraum der Mappenabgabe kann stark variieren. Bei manchen Hochschulen gibt man die Mappe nur für wenige Stunden, bei anderen für bis zu vier Wochen ab, bevor man sie wieder mitnehmen kann. Hat man seine Mappe für mehrere Eignunsprüfungen angefertigt sollte man vorher wissen, ob man die Mappe von der ersten Bewerbung noch gar nicht abholen konnte, um sie erneut woanders einreichen zu können. Oder es finden zwei Eignungsprüfungen am selben Tag statt (normalerweise achten die meisten Hochschulen ein wenig darauf, nicht absolut identische Termine zu haben, aber es kann vorkommen). Für solche Fälle sollte man über eine Duplikation der Arbeiten nachdenken, um dieselben Arbeiten gleichzeitig bei verschiedenen Bewerbungen abgeben zu können. Alternativ gibt man zwei verschiedene Mappen ab, trotz eines eventuell inhaltlich ähnlichem oder gleichen Studienganges.

 

Hochschulbezogene Arbeiten

Natürlich sollte man die Hochschule suchen, die am besten zu einem passt. Jede Hochschule lässt leicht andere Schwerpunkte erkennen, zum Beispiel mehr fotografische Schwerpunkte, oder ein mehr illustratorischer Charakter der Bilder, mehr analog arbeitende Künstler als Professoren oder viele digitale, neumediale Arbeiten. Die Hochschule sucht genau so ihre zukünftigen Studierenden aus wie man sich als Bewerber seine Hochschule gesucht hat. So kann eine Mappe eventuell punkten (abgesehen vom subjektiven Geschmack einzelner Mappenkommissionsmitglieder), wenn sie sich zumindest ansatzweise in den gestalterischen Stil oder die didaktische Arbeitsweise der Hochschule eingliedert. Das soll natürlich keinesfalls bedeuten, dass "andersartige" (bezogen auf die ungefähre Ausrichtung der Hochschule) Mappen keine Chance hätten! Oft kann eine herausstechende Mappe direkt bevorteilt sein.

Die gezeigten Arbeiten sollten also sehr bewusst für die entsprechende Mappe ausgewählt werden. Nicht jede Arbeit könnte zu jeder Hochschule passen.

Aber die ist Mappe in den meisten Eignungsprüfungen nur ein Teil der Prüfung. Beim persönlichen Gespräch kann jeder mit guten Argumenten überzeugen, bei einer Hausaufgabe kann jeder mit einer weniger offensichtlicheren und gut umgesetzten Lösung punkten. Trotzdem ist die Mappe ein wichtiger, manchmal der Hausaufgabe und dem Gespräch vorangehender Bestandteil der Eignungsprüfung, der auch als ersten Schritt einen Großteil der ungeeignet erscheinenden Bewerber aussiebt.

Mit individuell erstellten Mappen kommt man übrigens auch gar nicht oder nicht so häufig in die Schwierigkeit, auf irgendeine Art Duplikate von Arbeiten anfertigen zu müssen.

 

Postversand

Will man seine Mappe per Post einschicken, sollte man auf die Postwegzeiten achten. Zusätzlich ist es gut zu fragen, zu welchem Zeitpunkt die Mappen ungefähr zurückgesendet werden oder abgeholt werden können. Bei sehr naheliegenden Terminen zwischen Rückversand und einer neuen Mappenabgabe besteht ein Risiko, dass das Paket nicht mehr rechtzeitig zurück kommen könnte. Hier sollte man entweder zwei Mappen vorbereiten oder sich für die bevorzugte Hochschule entscheiden.

 

Kosten

Bei der Erstellung von mehr als einer Mappe vervielfachen sich natürlich entsprechend die Kosten für Materialien und eventuelle Reisekosten. Eine Hilfestellung, mit was für einem preislichen Aufwand man rechnen muss, findet sich im Blogbeitrag “Was kostet eine Mappe?”.

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