_Bonzai (20)

17 Arbeiten erstellt in einem Mappenkurs
Images: 
Infos zur Mappe: 
Vorbereitung vor der Mappe:
Ich habe nach dem Abitur den Mappenkurs an der LSOD für ein Jahr in Teilzeit besucht. Der Kurs geht eigentlich ein halbes Jahr. Man kann aber, egal ob Voll- oder Teilzeitstudent, die Räumlichkeiten noch bis in den Abend hinein nutzen. Die Atmosphäre zwischen den Dozenten und Mitstudenten ist dort im Allgemeinen sehr angenehm. Man kommt mit Leuten, die Kunst und Design in ganz unterschiedlichen Bereichen studieren wollen, zusammen. Es fängt für jeden mit den allgemeinen Grundlagen an. Später werden komplexere Aufgaben gestellt, Prüfungssituationen nachgestellt und man hat die Gelegenheit sich individuell vorzubereiten. Gerade jemandem, der ein genaues Ziel vor Augen hat, kann ich den Mappenkurs empfehlen. Für die meisten von denen, die aber "nur mal schauen" wollen, wäre das eher Geldverschwendung.

Wenn euch ein kurzer Einblick in meine Geschichte nicht interessiert, überspringt unbedingt den folgenden Abschnitt. Ich selbst kam erst mal in die Situation, dass ich mich umorientieren musste. Vor dem Kurs wusste ich genau, was ich machen wollte, dann kam ich ins Zweifeln und habe meine Zeit dort nicht so effizient genutzt, wie ich es hätte tun sollen. Damals dachte ich auch, dass ich niemals Produktdesign studieren würde! Somit habe ich erst ein mal ein komplett anderes Studium angefangen. Dabei wurde ich aber im Rahmen einiger Aufgaben direkt zu Produkt-/ Industriedesign hingeleitet, dadurch dass ich mit Anwendungsgebieten dieses Bereiches in Kontakt kam, die ich mir vorher gar nicht vorgestellt habe.

Jedenfalls habe ich mich dann zum Jahreswechsel doch selbstständig auf Industrie-/ Produktdesign spezialisiert. Ich habe vor allem die Dinge, die mir Spaß machen, gezeichnet und die Darstellungstechniken mit Videos auf YouTube geübt. Es war mir wichtig, erst viele Produkte nachzuzeichnen und zu studieren, um dann für die Mappe selbst eigene zu entwerfen.

Arbeit an der Mappe:
An 10 der Arbeiten habe ich innerhalb von 2 Wochen ursprünglich für die Bewerbung an der Folkwang UdK gearbeitet. Die ersten paar Bilder gingen mir locker von der Hand. Dann habe ich einige Tage nichts hinbekommen und habe dann in den letzten Tagen in ziemlich hoher Geschwindigkeit mehrere Arbeiten fertig gestellt. Ich war auch recht überrascht als die Arbeiten dort angenommen waren und habe sie daraufhin für diese Mappe weiterverwendet. Bei den weiteren Arbeiten habe ich auch eine oder zwei pro Tag fertiggestellt und wenn ich etwas direkt für die Mappe angefangen habe, habe ich es auch dafür verwendet. Das letzte Bild, das meine Lösung für die Aufgabe mit dem Thema "Zeit" war, habe ich an einem Abend und dem nächsten Morgen unter enormem Zeitdruck fertiggestellt. Die Musterbilder und das Bild mit Obst und Gemüse sind die einzigen, die ich vom Vorstudium mit in die Mappe übernommen habe.

Zur den Bildern selbst:
Ich spezialisiere mich darauf, Produkte für Unterhaltungsmedien, wie Filme und Videospiele, zu gestalten. Das sollte auch in der Mappe zum Ausdruck kommen. Ich hab z.B. ein von Daniel Simon, der genau das macht, entworfenes Auto nachempfunden, Konzeptskizzen und ein Design für Space-Racer und eine maschinelle Einhornkutsche, die man auch für einen Vergnügungspark nutzen kann, entwickelt. Im Nachhinein hätte ich wohl gerne auch noch etwas mehr in dieser Richtung gemacht, aber habe daran gezweifelt nur so etwas in die Mappe zu tun. da ich dachte die Prüfer wollen auch "vernünftigere", "realere" Sachen sehen, allerdings scheint es mir so, als käme es bei den Professoren ganz gut an, dass ich zum einen recht genaue Berufsvorstellungen äußerte und zum anderen meine Vorstellungen wohl nicht gerade von den meisten Studenten geteilt werden. Damit waren sie auch, wie ich aus dem Gespräch zur Mappenvorstellung schließen kann, sehr positiv überrascht. Am besten hat einem der beiden Prüfer die Transformation von dem Lamborghini zu dem Kampfflugzeug gefallen, auch wenn ich hier im Forum schon gelesen habe, dass Transformationen eher unbeliebt wären, da sie so oft vorkommen. Vielleicht lag es auch daran, dass er gerade meine Idee sehr originell fand, jedoch war es ihm wohl auch wichtig, dass man bei dieser Art von Studie besonders viel lernt. Fraglich war gerade für ihn das Bild mit Obst und Gemüse. Er meinte, dass er von diesem Bild denke, dass es von einer ganz anderen Person stammt und nicht in die Mappe sollte.
Das Bild mit den Waschbärenkopfhörern lege ich ganz oben in die Mappe, bzw. in dem Fall stelle es als erstes vor, um sozusagen, das Eis zu brechen. Das war auch ganz wirksam, ist aber bei der lockeren Gesprächsatmosphäre nicht unbedingt nötig. Wichtig ist, dass ihr euch was bei den Bildern gedacht habt und das auch gut präsentieren könnt. Viel Drumherumgerede wollen sich die Prüfer aber auch nicht anhören. Einige Bilder wurden deshalb und weil sie "selbsterklärend" sind gar nicht besprochen. Wenn also etwas übersprungen wird, sollte man deswegen nicht die Hoffnung verlieren. Was noch besprochen wurde, war zum einen das Landschaftsbild als etwas, was von dem ganzen technischen Kram heraussticht. Ich sollte dazu recht knapp eine Geschichte erzählen. Zum Anderen war auch das Bild zur Aufgabe "Zeit" wichtig. Ich hatte viele Ideen und habe alle einfach in ein surreales Bild untergebracht. Ohne dass ich etwas erklären musste, haben die Prüfer gemerkt, dass das Bild "bedeutungsschwanger" ist und ich konnte hierzu auch nicht zu Ende reden, obwohl ich dachte, dass man gerade über die Lösung der Aufgabe viel erzählen soll, aber es geht den Professoren wohl um das Prinzip, ob man sich etwas dabei gedacht hat oder nicht. Nicht verkehrt wäre es auch, wie viele andere, für die Aufgabe etwas zu bauen oder zu basteln. Ich hab aber, wie auch bei meiner Mappe, auf meine Stärken gesetzt und habe es damit geschafft.

Materialien:
Die meisten Werke sind in A2, einige in A3. Das Landschaftsbild ist größer als A2. Verwendet habe ich Bleistift, Fineliner und Marker für die Industriedesignbilder. An dieser Stelle möchte ich mal die Tombow Marker pushen. Diese stinken nicht so und drucken nicht so durch, wie die alkoholbasierten Marker von Copic und anderen Marken. Außerdem habe ich auch sogenannte schwarze Pinselstifte von Pentel verwendet. Die Skizzen auf dem einen Blatt sind mit herkömmlichem Kugelschreiber entstanden. Bei den letzten vier Bildern habe ich u.a. Aquarellfarbe und beim letzten auch verdünnte schwarze Tusche, in Wassertankpinsel gefüllt, verwendet.

Mappenvorstellung:
Vieles habe habe ich ja schon geschrieben. Man hat mit etwa 10 anderen Bewerbern draußen gewartet und wurde der Reihe nach hineingerufen. Während ein Bewerber mit den zwei Prüfern im Gespräch war, sollte der nächste seine Bilder im Raum daneben ausbreiten oder halt "sich vorbereiten". Es war ein sehr lockeres Gespräch und da ich vorher noch nie ein Bewerbungsgespräch hatte und mir eigentlich offenes Reden schwer fällt, muss das was heißen. Andere Bewerber kamen aber auch mit den Nerven am Ende hinaus. Neben der Mappe und der Aufgabe, die jedes Jahr anders ist, sollte auch ein Designobjekt, das wir für besonders gut gestaltet halten, mitgebracht werden. Dort soll dann erklärt werden, was uns daran gefällt. Ich habe mich für das Cover des Spiels "ICO" entschieden. Zuerst dachte ich ja, dass wir ein von uns fertig gestaltetes Objekt mitbringen sollen, aber hab mich hier im Forum noch eines besseren belehrt.

Die Prüfer haben mir übrigens da schon offensichtlich anmerken lassen, dass es ihnen gefallen hat, verkünden aber normalerweise kein Ergebnis direkt. Die Antwort, dass ich wirklich bestanden habe, kam, glaube ich, etwa zweieinhalb Wochen später.
Registrieren um andere Benutzer zu kontaktieren

Neuen Kommentar schreiben

Friends

  • Art Directors Club
  • Designdidaktik
  • Designkritik
  • Designspotter
  • designweeks.net