beu (21)

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Moin!

Da die Mappenliste bei mir während der Mappenerstellung jeden Tag geöffnet war und mir viel geholfen hat, möchte ich auch gerne einen Teil beitragen.

Ein paar Worte vorweg:

Die Mappe wurde an der HfG Schwäbisch-Gmünd für Kommunikationsgestaltung mit 11 Punkten genommen. In Augsburg und Würzburg (jeweils Kommunikationsdesign) wurde sie ebenfalls genommen, Punkte weiss ich dort jedoch nicht. Wo anders hatte ich mich damit nicht beworben, daher: Strike.

Mappenberatung, Vorkurse etc. habe ich alles ausgelassen.

Die Mappe habe ich in ca. 8 bzw. 4 Wochen erstellen. Heißt: 4 Wochen lang habe ich geplant, alte Arbeiten rausgekramt, überlegt, mit Alumni gesprochen (macht das unbedingt, falls möglich! Noch besser als Precore!) usw.. In den weiteren 4 Wochen habe ich dann gedruckt, zugeschnitten, geklebt und den ganzen anfallenden Papierkram erledigt. War am Ende ne zeitliche Punktlandung.

Auf dem Papier sind es nun 9 Arbeiten. Je nachdem wie man zählt, könnten es aber auch 40 Arbeiten sein. Am Ende hat es niemanden interessiert. Denke, so wird es meistens sein..

Am Ende habe ich die Mappen tatsächlich zu den Hochschulen gefahren. Post ist, je nach Mappengröße, gar nicht so viel günstiger als das Spritgeld und um Zeit ging es eh nicht mehr. Zudem bleibt einfach Angst und Risiko des Verlusts der Mappen auf dem Postweg aus, wenn man die Mappe von Hand zu Hand übergibt. Nach Gmünd nimmt man sie ja so oder so zur Prüfung mit, Augsburg war nur 1h einfach Fahrt und Würzburg... naja, habe ich mir ein wenig die Stadt angeschaut :D War aber nicht so verkehrt, vor den Eignungstests mal bei den Unis gewesen zu sein. So konnte man sich schon ein Bild der Räumlichkeiten machen und mit einigen Leuten reden.

Inhaltlich:

Ich hatte großes Glück, denn alle Arbeiten waren im Vorraus bereits erstellt. Ich musste sie also lediglich aufbereiten und auf Papier bringen. Ich fotografiere seit 8 Jahren, daher war von Anfang an klar, dass die Fotografie einen verhältnismäßig großten Teil der Mappe stellen wird. Zudem habe ich 5 Semester Medientechnik hinter mir. Auch hier sind, teils während der Projektphasen, teils auch in der Freizeit, einige Designprodukte entstanden, auf die ich zurückgreifen konnte.

Ich habe lange drüber nachgedacht, die Mappe eigens zu einem Thema from the scratch zu erstellen, habe mich jedoch aus zwei Gründen dagegen entschieden:
a) Ich hatte viele inhaltlich starke Arbeiten "herumliegen", die größtenteils über mehrere Jahre hinweg samt Hintergrundsrecherche, Konzeptionierung usw. entstanden sind. In einigen Wochen Arbeit hätte ich niemals 10 neue Arbeiten, die qualitativ an das Vorhandene heranreichen, erstellen können.
b) Habe ich so lange überlegt, dass mir am Ende etwas die Zeit davon gelaufen ist. Und so wirklich überzeugt war ich vom Neu-erstellen zu keinem Zeitpunkt.


Erstellen der Mappe:

Die Mappe ist weitestgehend digital angefertigt.
Anfangs hatte ich hier die größten Bedenken. Man hört, dass die Professoren sehen wollen, dass man zeichnen kann. Kann ich nicht. Beziehungsweise fehlt mir massivst die Übung. An einer Stelle sind in der Mappe Logoskizzen zu sehen, diese sind jedoch schräg abfotografiert & gedruckt und eher stilistisch dargestellt. Abseits davon hatte ich nur ein nachgebautes Storyboard der Filme in gezeichneter Form in der Mappe. Der Rest war digital erstellt und gedruckt. Fertig.
Auch in der Prüfung in Gmünd habe ich sicherlich nicht durch zeichnerisches Talent geglänzt. Gereicht hat es dennoch, also macht euch nicht verrückt ;)

Eine riesige Hilfe beim Erstellen der Mappe war für mich InDesign. Hier habe ich die Dokumente (A2 für Augsburg und Gmünd, A3 für Würzburg) im Vorraus planen können. Denn das Arrangieren und passend Bestellen der Drucke hat bei Weitem am meisten Arbeit gemacht. Da ich für Würzburg eine DIN A3 Mappe abgeben musste, bisher aber alles auf DIN A2 geplant hatte, war es mit InDesign auch vergleichsweise einfach, die DIN A2-Planung einmal auf DIN A3 umzuschmeissen. Zudem kann man sichaus InDesign die Abstände der Arbeiten vom Rand des A2/A3-Bogens einfach notieren und spart sich so beim Anzeichnen fürs Aufkleben das lästige Rumgerechne.

Die "Design"-Arbeiten konnte ich im Print-Service meiner alten Hochschule drucken. Das war genial, denn insgesamt saß ich für die dreifache Ausfertigung der Arbeiten sicherlich 6h vorm Plotter. Ein Copyshop hätte mich da vmtl. rausgeworfen. :D
Die Fotos, Stills der Filme und einige kleinere Drucke habe ich bei Saal Digital drucken lassen. Da Saal bzw. alle Fotoprintservices in vorbestimmten Seitenverhältnissen arbeiten (zb. 10x15cm, 13x19cm, 20x30cm) und die Bilder (va. Videostills in 1080p) diese meist nicht erfüllen, habe ich die Bilder zunächst in Illustrator mit einem weißen Streifen am Rand versehen, damit das fertige .jpg/.png auch genau auf die gedruckte Größe kommt und nichts durch Zufall abgeschnitten wird.

So gut ihr im Vorraus auch planen mögt: macht euch den Copyshop/Fotoladen eures Vertrauens zum Freund. Irgendwas fehlt immer/geht schief und nochmals auf eine Fotoprintbestellung zu warten, ist oftmals nicht drinnen. In der Regel gibt es aber überall noch kleine Läden, die einen Kodakprinter rumstehen haben und vor Ort Fotos ausdrucken können (bitte auf keinen Fall bei dm!). Sich hier bekannt/beliebt zu machen, lohnt sich. Hat mir das ein oder andere Mal die Fahrt und den Proof gespart.

Noch ein Thema, das ich kurz ansprechen möchte: Kleben. Das Zeug muss ja schließlich auf Papier. Anfangs habe ich zum Klebestift gegriffen. Ist dieser aber einmal trocken und man beugt das Papier auch nur leicht, löst sich wieder alles. Uhu geht leider oft durchs Papier durch und hinterlässt "feuchte" Stellen. Am Ende bin ich bei doppelseitigem Klebeband gelandet. An Ecken und Kanten einige Stücke anbringen und aufkleben. Biegt man dann das Papier, wellt es sich nur in Lücken zwischen den Klebestücken, liegt aber wieder plan, sobald man das Papier nicht mehr biegt.
Und besorgt euch dringend Hilfe beim Kleben. Gerade bei großformatigen Arbeiten ist es super hilfreich, wenn eine Person hält und die Andere positioniert und am Ende festdrückt.

Zu den Arbeiten:

1. Balcobee:

Ein Brandingprojekt. Man nehme sich ein tagesaktuelles Problem aus der Nachhaltigkeitsdebatte, ersinnt eine Lösung dafür und brandet dann seine eigene Idee. Bei mir ist es ein Honigkastenmietservice geworden, dessen Erscheinungsbild dann zu gestalten war. Habe aus dem gesamten Projekt hauptsächlich die ersten Schritte eines klassischen Brandingprozesses gezeigt. (Konzept, Moodboard, Farben, Iconset, Logo, Gestaltungselemente)

2. HöfeSterben:

Dokumentarisch-künstlerische Fotografieserie über verfallene Bauernhöfe. An diesem Projekt arbeite ich seit über 5 Jahren. Behandelt wird das Höfesterben in Südbayern. Im Hintergrund steht eine umfassende Recherche mit Interviews, Gesprächen vor Ort und vielen KM Fahrt. Kam im Gespräch sehr gut an.

3. Ein Abriss des Verfalls:

Editorial Design meines eigenen Fotobuchs. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Verfall in jeder Region Europas anders zeigt. Hierzulande sind es Fabriken, in Italien eher Kirchen. War ansich eine Behance-Aufbereitung, die ich 1:1 auf Papier gedruckt habe.

4. Herr Baumanns Hütte:

Kurzfilm, Personenportrait über einen alten Mann, der Teile seines Lebensabends auf einer abgeschiedenen Almhütte im Zillertal verbringt. Gezeigt habe ich hier Stills aus dem Film, Auszüge aus dem Storyboard und Teile des Texts. Den Film hat niemand sehen wollen/angesehen.

5. Deggendorf:

Ziemlich simpel, eine typografische Analyse des Alltags. Was ist eigentlich an Typografie und Design im Straßenbild vorhanden? Daraus habe ich eine Infografik erstellt.

6. Nachts:

Durch "Zufall" entstandene Fotoserie. Während ein Großteil meiner fotografischen Arbeit wahnsinnig aufwendig geplant ist, habe ich im Alltag, bei spontanen Aktionen, immer seltener zur Kamera gegriffen. Irgendwann war ich so ehrlich, die Kamera hier einfach liegen zu lassen, und mich mit Handyfotografie zu beschäftigen. Und dann war ich eben oft Abends spazieren/unterwegs und habe währenddessen diese Serie geschossen. Immer vor Ort noch bearbeitet und danach nie wieder angefasst. Ein maximaler Gegenentwurf zu meiner gewohnten Arbeitsweise.

7. Intergeschichtlich:

Animierter Infofilm, der einen historischen Überblick über das Leben Intersexueller gibt. Interessant, da man hier ein Design entwerfen muss, das auch bewegt funktioniert. Abermals nur Stills und Storyboard.

8. Surreal:

Kleine Fotoserie surrealer Selbstportraits.

9. Waste2Water:

Der Versuch, Informationen ohne Sprache verständlich zu machen. Der weltweite Trinkwassermangel benötigt Lösungen. Ich habe hier eine Anleitung zum Bau einer sehr simplen Vorrichtung zur Destillation von Wasser erstellt. Diese war weitestgehend so durchdacht, dass sowohl der Slumbewohner Santiagos als auch der Stammeshäuptling in Namibia versteht, welche Schritte es bedarf. Ohne Englisch oder Zahlen zu können. Bei der Präsentation habe ich ein wenig mit der Darstellung von Infos als Overlay gespielt


Was ihr auf den Bildern seht, ist übrigens die Mappe für Gmünd. Daher ist auf den letzten Bildern auch noch die Hausaufgabe zu sehen. Die anderen beiden Mappen sahen, mit geringfügigen Änderungen, aber genau so aus. Die Mappe war auf der Vorderseite beschriftet, zusätzlich jedes Blatt mit Name der Arbeit und Vorname+Nachname versehen. Das Inhaltsverzeichnis habe ich schlicht reingeklebt.

So, genug getextet. Gelandet bin ich nun übrigens in Schwäbisch-Gmünd :)
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