Tipps zu Vorstellungsgesprächen für Absolventen und Junioren

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Brainpulse
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Tipps zu Vorstellungsgesprächen für Absolventen und Junioren
Anbei paar Tipps zu Vorstellungsgesprächen die speziell Absolventen, Berufsanfänger und Junioren betreffen.

Wer weitere Tipps oder Korrekturen hat, ist herzlichst dazu eingeladen, diese hier zu ergänzen.


Allgemeine Tipps

- Wenn du Gemeinschaftsarbeiten vorstellst, erzähl ganz konkret was du daran gemacht hast und was nicht. Welche Ideen von dir kamen und welche nicht.

- Zeige nicht nur Studienprojekte sondern auch Praxisarbeiten. Auch wenn die Praxisarbeiten nicht vor Kreativität protzen, so sind sie dennoch wichtig um zu zeigen, wie du im Tagesgeschäft arbeitest.

- Überlege dir vor dem Gespräch, wie hoch deine Gehaltsvorstellung ist (wenn nicht schon vorher in der Bewerbung erwähnt). Das gehört genauso zu einer guten Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch, wie das überlegen von Antworten auf typische Fragen. Einen Überblick über die aktuellen Einstiegsgehälter für Kommunikationsdesigner erhälst du hier: http://www.ci-in.de/files/umfrage_absolventen_2010.pdf

- Entwicklungsprozesse mit vorzeigbaren und interessanten Ergebnissen zu zeigen (die nicht zwangsläufig umgesetzt wurden), können ebenfalls sehr aufschlussreich sein.



Zeitmanagement im Vorstellungsgespräch

- Wie in deiner Bewerbung ist es im Vorstellungspräch genauso: Beschränke dich auf deine besten bis gute Arbeiten. Denn über den Daumen gepeilt, schaffst du innerhalb eines Vorstellungspräches vll. 5 Arbeiten "ausführlicher" vorzustellen. Aufgrund des begrenzten Zeitfensters, wirst du bei jeder weiteren Arbeit, diese warscheinlich im Schnelldurchgang überfliegen müssen.

- Vorstellungsgespräche dauern in der Regel zwischen 1 bis 1,5 Stunden. Selten auch länger. Knapp ein Drittel der Zeit, können nochmal aufs Kennenlerngespräch entfallen. Den Rest auf die Präsentation deines Portfolios. Rechne damit, dass der Part des Kennenlerngesprächs meistens länger dauert als du es bisher in deinen Vorstellungsgesprächen für Studienpraktika/Praxissemester erlebt hast. Denn man wird über deine bisherigen beruflichen Stationen reden, welche Erfahrungen du da gemacht hast usw.

- Gehe immer davon aus, dass deine Gesprächspartner noch Anschlusstermine haben. Das heisst, dass du dir vorher genau überlegen solltest, welche Arbeiten du vorstellst und wie lange du vsl. dafür brauchst. Das gilt vor allem für diejenigen die "viel" zu zeigen haben oder zeigen wollen. Am besten gehst du immer von 1 Stunde für das gesamte Gespräch aus.



Reihenfolge und Dramaturgie

Ich selbst habe gute Erfahrung damit gemacht einen Aufhänger am Anfang und am Ende der Präsentation anzusetzen. Die beste Arbeit zum Schluss (In der Regel die Abschlussarbeit). In der Mitte sollten dann immer mal gute Arbeiten verteilt sein, um Interesse und Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.



Persönliche Umgang mit Ablehnungen

Für manche Agenturen ist eine Begründung für eine Ablehnung aus organisatorischen Gründen einfach nicht möglich. Abgelehnte Bewerber die einen sehr guten Eindruck hinterließen oder in einer engen Auswahl standen werden aber in den meisten Fällen über die Hintergründe informiert bzw. wie man in Zukunft verbleiben könnte.

Eine Personalerin hat es mal sehr treffend ausgedrückt: "Für eine Einstellung muss sehr vieles bzw fast alles zusammenpassen." Eine Ablehnung heißt nicht zwangsläufig, dass ihr nicht gut genug seid. Es hat vielleicht weniger mit euren Arbeiten oder mit eurer Person zu tun sondern vll. auch einfach mit den Umständen. Praxiserfahrung, Gehalt, Einstellungsbeginn, Wohnungswechsel, Bewerbungsumstände, Arbeitszeugnisse, Äußerungen etc. Es kann an tausend Kleinigkeiten gelegen haben weshalb man sich für andere entscheidet. Dass euer Portfolio stimmt und zur Agentur passt ist also nur die halbe Miete.

Es hilft einem sehr wenn man sich das bewusst macht. Denn auch wenn man sagt, dass man Ablehnungen sportlich nehmen sollte, kann es einem manchmal sehr nahe gehen.

Seht es mal so: Wenn ihr in Top Agenturen zu Bewerbungsgesprächen eingeladet werdet und in die engere Auswahl kommt, seid ihr sicherlich auf dem richtigem Weg.
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Moosmutzel
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Hey danke! Die Übersicht wird hier sicher vielen helfen :)

Vielleicht könnten wir eine kleine Sammlung von typischen Fragen anlegen? Gerade diese Fragen, die einen verunsichern sollen oder aus der Reserve locken sollen, sind ja schwer gefürchtet.
Brainpulse
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Moosmutzel wrote:
Vielleicht könnten wir eine kleine Sammlung von typischen Fragen anlegen?


- Wo siehst du dich in 5 Jahren?
- Warum willst du zu Agentur XY ?
- Weshalb glaubst du, passt du zu Agentur XY?
- Warum möchtest du in einer Agentur arbeiten und nicht (weiterhin) als Freelancer?
- Wo siehst du deine Stärken und deine Schwächen?
- Welche Arbeiten findest du von Agentur XY am besten?
- Welche Arbeiten findest du besonders gut? (Branchenübergreifend)
- Wo siehst du deinen Schwerpunkt bzw. in welchem Bereich möchtest du hin? (sofern das aus eurem Portfolio nicht eindeutig ersichtlich wird)
- Warum hast du dieses Projekt so und so gelöst (warum dieses Medium, Verarbeitung, Schrift etc.)
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buschimaus
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Welchen Part hast du beim Projekt XY genau übernommen?
Welche Rolle hast du im Team gespielt (Projektführer, ....)?
Wie stellst du dir deine Arbeit in der Abteilung XY der Firma XY zufünftig vor?
Warum glaubst du, haben wir das Projekt XY so gelöst und nicht nach der Theorie XY?
Welchen theoretischen Hintergrund hatte dein Projekt XY? Zu welchem Ergebnis bist du dabei gekommen? Welchen praktischen Nutzen hat das Projekt XY? Was würdest du im Nachhinein daran ändern/verbessern?
Welchen Arbeitsweg musst du zurücklegen?
Moosmutzel
Posts: 1190
Gab es in der Vergangenheit Momente, in denen du als Gestalter an deine Grenzen gestoßen bist?
Hast du schonmal einem Kunden eine Absage erteilt? Warum?
Welches Projekt hat dich besonders geprägt und warum? Hast du ein Lieblingsprojekt? Ein Hassprojekt?
Wie hat es dich in die Design-Branche verschlagen? Was begeistert dich an deinem Fachgebiet?
Moosmutzel
Posts: 1190
Wie sehen deine Gehaltsvorstellungen aus?
.aneL
Posts: 13
Hallo zusammen.
Ich versuch es erstmal hier, bevor ich einen neuen Post aufmache.

Meine Frage für mein Vorstellungsgespräch für eine Traineestelle bei einem tollen Designbüro:

Wie groß und aufwendig muss die Portfolio-Mappe sein?


Meine Bewerbung Arbeiten in ausgedruckt mitbringen. Für mein Praxissemester hatte ich eine A3 Mappe aus Graukarton und abhängig von dem Projekt ca. 2 A3 Blätter mit Abbildungen. Das Papier war (leider) schneeweißes, ca. 160-200g Papier. Denkt ihr, dass es so ausreicht? Da ich eigentlich auch mitten im Bachelor stecke und das Gespräch schon nächste Woche ist, hab ich für Buchbinder o.ä. auch eigentlich keine Zeit.

Habt ihr Tipps und Erfahrungen?
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Blacksmith
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So wie auch schon zur Studienbewerbung, zählt der Inhalt.
Gut, wenn es eine Packaging-Agentur ist, spielt die Hülle sicher auch eine Rolle...

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

.aneL
Posts: 13
Okay, klar, Inhalt zählt. Wegen dem wurde ich vermutlich eingeladen, denn viel mehr sieht man in einer pdf Bewerbung ja nicht. Nun geht es aber ja darum mich und meine Arbeiten im Vorstellungsgespräch zu präsentieren. Und eine Präsentation ist nunmal mehr als nur der Inhalt.

Also nochmal die Frage: Reicht es ein Projekt auf einem oder zwei A3 Blättern zu präsentieren?

Ich habe mal eine schnelle Skizze angelegt, um zu veranschaulichen wie das bis jetzt in etwa ausschaut. *

Es handelt sich um eine Traineestelle als Kommunikationsdesigner und die Agentur macht nicht ausdrücklich Packaging-Design.
_______
Eine weitere Frage ist mir noch eingefallen: In meiner Bewerbung (pdf mit Anschreiben, CV und Portfolio) habe ich 10 Arbeiten aus Studium und Praxis gezeigt. Kann ich noch mehr Arbeiten mit zum Vorstellungsgespräch nehmen?

*
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Blacksmith
Posts: 3329
Ob es "reicht" kann dir keiner sagen ohne den Umfang des Projekts zu kennen.
Du schriebst ja es ist ein "tolles Designbüro". Verstehe es so, das du dort richtig gerne hin möchtest. Dann solltest du dir auch richtig gerne Mühe geben.
Präsentiere deine Arbeit so, das dein Gegenüber sich nicht Fragen muss: Ja und, das wars? Wo ist der Rest? ...
und du dir nicht später selber vorwerfen musst: Hätte ich mal mehr gemacht/Hätte ich mal 100% gegeben.

A3 halte ich für ausreichend, es kann aber natürlich auch A2 sein müssen. Aber auch A4 kann reichen. Das liegt an deiner Präsentation und deinen Inhalten. Dein "sketch" hilft da nun leider nicht viel.
Wenn du von den Leuten 3-4Meter weg stehst und das ist ne Gruppe von 20 Leuten, dann ist größer besser. Wenn du mit dem Chef am Schreibtisch sitzt tuts auch ggf. A4, insofern ist A3 ein guter Mittelweg.

Das mit dem Packaging war nur ein Beispiel... es gibt sicher noch andere Punkte die man da mit ins Rennen geben kann.
Z.B.: es geht ja um Kommunikationsdesign, sei dir also sicher in dem wie du präsentierst. Weiß was du machst und warum. Kommuniziere...

Und es ist nicht die Frage ob du noch mehr mitnehmen kannst/darfst...
Hast du denn mehr? Gutes? Dann auf jeden Fall mitnehmen. Man muss es nicht zeigen, aber wenn die Frage nach mehr kommt, (schließlich ist das Portfolio ja nun schon bekannt) stehst du gut da!
Achja, zum Inhalt/Umfang... du solltest mehr präsentieren können (egal ob auf Papier oder im Gespräch) als das was du dort bisher eingereicht hast.
Das kennen die nun, das wollen die nicht nochmal sehen. Es ist aber interessant noch etwas mehr zu dem Projekt zu erfahren.

Es ist so ein bischen wie eine "News/Nachricht"... der Titel muss reißen, dann ließt man den ersten Teil, da muss alles drin sein (das war das Portfolio). Und wenn man dann noch mehr möchte liest man bis zum Schluss... aber nötig ist es nicht mehr. Nur interessant wenn es einem vom Thema her liegt.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

punkt
Posts: 180
.aneL wrote:
Und eine Präsentation ist nunmal mehr als nur der Inhalt.


Auf den kommt es aber an. Das muss man sich immer wieder klar machen.

Quote:
Also nochmal die Frage: Reicht es ein Projekt auf einem oder zwei A3 Blättern zu präsentieren?


"Reicht es aus ..." - das lässt sich so nicht beantworten. So reine Übersichtsdarstellungen sind halt ein bisschen langweilig. Pack in die Mappe, was du hast. Wenn du die Visitenkarten hast, nimmt sie mit - dann kann man sie anfassen. Wenn du das Poster (von deiner Skizze) ausgedruckt hast, pack es in die Mappe. Usw....

Quote:
Kann ich noch mehr Arbeiten mit zum Vorstellungsgespräch nehmen?


Ja natürlich, auf jeden Fall. 1:1 das selbe noch mal, wäre ziemlich langweilig, oder?

p.
.aneL
Posts: 13
Okay, danke. Leider wurde bei mir an der HS nicht viel Wert darauf gelegt, Sachen wie zB Corporate Designs wirklich zu produzieren (was echt schade und ein Manko ist). Und nunja, Projekte aus dem Praktikum werden ja manchmal erst nach dem Praktikum realisiert (wenn überhaupt...). Aber ich denke ich krieg da wohl was ordentliches zusammen.

Eine letzte Frage: ich habe eine Arbeit nicht im Portfolio gezeigt weil ich sie zT nicht überzeugend finde. Es ist kein Projekt auf das ich stolz bin. Trotzdem zeigt es nochmal eine andere Kompetenz. Wenn ich diese Arbeit, ein Magazin, nun im VG zeigen würde, soll ich dann ehrlich sagen was mir nicht gefällt?
Blacksmith's picture
Blacksmith
Posts: 3329
Aber klar.
Erkennen das man, und wo man, gescheitert ist, gehört zu einer guten Gestaltung.
Denn nur dann kann man sich verbessern.
Das ist auch in der Abschlussarbeit dann so. Man stellt ja z.B. eine These auf und versucht die dann zu belegen. Dann kann man auch zu der Erkenntnis kommen das man falsch lag.
Aber natürlich muss man schon vorsichtig sein, wenn das Projekt schlicht Mist ist, hilft auch die Erkenntnis nicht. Es sollte schon (vermehrt) gute Ansätze aufweisen.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

.aneL
Posts: 13
Passend zu diesem Thema:

[url]
http://www.page-online.de/emag/szene/artikel/struktur-dramaturgie-format-was-man-bei-bewerbungsmappen-beachten-muss[/url]

In vielem hat er vermutlich recht, trotzdem bin ich in einigen Punkten nicht ganz seiner Meinung. Aber das ist sicher Ansichtssache, deswegen kann sich am besten jeder seine eigene Meinung bilden ;)

Eine Ergänzung noch zum Thema Gehalt:
Quote:
Einen Überblick über die aktuellen Einstiegsgehälter für Kommunikationsdesigner erhälst du hier: http://www.ci-in.de/files/umfrage_absolventen_2010.pdf

Dieses pdf ist wirklich informativ. Die Einstiegsgehälter gelten leider nicht für Trainees im Kommunikationsdesign, da sollte man seine Gehaltsvorstellung um die Hälfte des Durchschnitts runterschrauben. Das heißt, dass man ungefähr vom Mindestlohn mit 8,50€ ausgehen kann. Traurig, aber wahr.
Creativeart
Posts: 3

Sehr wichtig ist auch das Follow up nach dem Vorstellungsgespräch. Nach jedem Gespräch solltet ihr euch per E-Mail nocheinmal bedanken und euer Interesse für die Stelle betonen

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