Schriftenvergleich

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Semi8
Posts: 119
Schriftenvergleich
Hallo zusammen,

ich arbeite gerade an einem kleinen Typoprojekt.

Ich nehme mir zwei Schriften vor die sich sehr ähnlich sind und vergleiche sie. Zuerst stelle ich sie nebeneinander und dann überlagere ich sie. Aus der Schnittmenge erstelle ich dann eine "neue" Schrift.

http://imageshack.us/photo/my-images/819/fontxz.jpg/

Was haltet ihr davon? Ich möchte dieses Projekt vielleicht in meine Mappe nehmen. Weiterhin mit der Arial + Helvetica; Garamond + Palatino; Clarendon + Century.

Ist das zu platt und einfach?
Falls ja, habt ihr Ideen wie man das Ganze noch weiterspinnen kann?

Mich würde einfach mal eure Meinung zu der Arbeit interessieren.

Vielen Dank schon im vorraus.
NethOr
Posts: 1377
Für die Mappe ist das nichts.
Sieht nach Referat aus. Aber der Schriftvergleich ist da noch ein bisschen weiter ausgeführt. Zb indem man Linien zieht, um Schrägen oder kaum wahrnehmbare Kurven darzustellen. Punzen, verschiedene Schriftschnitte oder Besonderheiten darzustellen. Auf Achsen eingeht etc.
Oder zb bei der Garamond der Verlauf der Schriftgeschichte, es gab unendlich viele Garamonds die sich im Detail ziemlich unterscheiden.
Solche Zeigeweisen findest du in jedem Anfänger-Typogrundlagenbuch.
Deswegen verstehe ich das "Projekt" nicht wirklich als Mappenprojekt, sondern als gute Übung.
Einen direkten Vergleich sieht man bei dir nicht. Das ist sehr ungenau und man kann eben nichts en detail sehen. Außer die gaaanz groben Sachen, wie die Längen und einen Hauch von direktem Vergleich was einen einzigen Schnitt angeht. Da fehlen noch viele Informationen. Mikrotypografie ist hier ein Stichwort, aber auch das gehört einfach in ein Lernbuch.

Und wieso nicht für die Mappe? Weil man da intuitiver mit Schriften hantieren sollte, sie einsetzen sollte, nicht wie in Wikipedia aufzählen sollte, was eine tolle Punze doch das a hat im Vergleich zu der Schrift.
Du machst das nicht direkt, aber da kommt es eher auf den Einsatz an. Oder eben das Experimentelle.

Mal davon abgesehen hat man das schon hundertmilliardemal gesehen. Sowas ist Referatsthema in ich wette allen Typo Grundlagenkursen.

Natürlich will ich dich auf keinen Fall davon abhalten, dich mit Typo auseinanderzusetzen, das ist im Gegenteil sehr vorteilhaft.
Aber nicht in dieser Form in der Mappe.

Wenn du eine neue Schrift kreieren willst auf dieser Basis, dann guck dir vielleicht groß herausstechende Besonderheiten von ganz vielen Schriften und vor allem von außergewöhnlichen Schriftschnitten an und kombinier sie übertrieben. Daraus kann dann eine Detailarbeit entstehen, die wieder experimentell wird. Dabei denke ich, dass der erste Schritt eigentlich schon wegfallen sollte XD Ich glaube, das wäre eher ein Desaster :lol: Ich spinn jetzt gerade nur rum.

Besser finde ich ein freies Arbeiten mit Schriften. Wo der Einsatz auch sein Ziel findet. Oder eben, wie bereits gesagt, experimentell ;)

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carmen
Posts: 558
Das ist eine sehr schöne Übung, damit man aufmerksamer auf Kleinigkeiten guckt und sensibler für die Details einer Schrift wird. Deshalb: (y) Daumen hoch!

Als Mappenprojekt find ich es allerdings in dieser Form noch viel zu langweilig, bzw. die „Schnittmengen-Schriften“, die entstehen dürften, ziemlich unausgeglichen und hässlich ;)
Außerdem gibt es ja solche Vergleiche schon in Büchern und bestimmt auch im Internet.

Von daher solltest du versuchen, aus den Vergleichen ein anderes Projekt zu entwickeln. Vielleicht einfach mehr um die Ecke denken, alles etwas experimenteller angehen, etc.

Aber die Vorarbeit der Vergleiche bringt dir da sicher unwahrscheinlich viel, also nicht damit aufhören! :)

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carmen
Posts: 558
ups, da war NethOr wohl schneller ;)

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Semi8
Posts: 119
Macht doch nichts, ich bin dankbar über jegliches Feedback :)

Ja, ich denke auch das das noch nichts für die Mappe ist, ihr habt schon recht. Aber ich werd das jetzt als Übung mal fortführen und sehen wohin mich das noch bringt. Stichwort Schriftfusion oder soetwas vielleicht.

Außerdem ist das sicher für die Sensiblisierung gegenüber Schrift eine gute Übung. Auch wenn ich glaube das der Umgang mit Schrift zu einem großen Teil Gefühlssache ist, ist es doch ganz gut Details zu erkennen und auch bennen zu können.

Könnt ihr mir sagen ob soetwas in der Vergangenheit schon passiert ist? Also das eine Schrift direkt (also noch nicht nur angelehnt) aus zwei anderen Schriften "geboren" wurde? Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Und um Aufmerksamkeit zu erregen sollte man da vielleicht so extreme Unterschiede wie nur möglich nehmen und es dann schaffen trotzdem ein visuell ansprechendes Bild zu gestalten.
Semi8
Posts: 119
Nochmal kurzes Update in Sachen Schriftfusion.

http://imageshack.us/f/89/fontre.jpg/

Kleines Experiment mit der Bodoni und Garamond. Am Anfang meiner Überlegung stand irgendwie das es doch kaum serifenlose klassizistissche Antiquas gibt (also wie im Beispiel soetwas ähnliches wie die Bodoni sans serif), oder täusch ich mich?

Meint ihr das geht in eine interessante und gute Richtung? Ich finde Schriftfusion mit meinen begrenzten Möglichkeiten und Wissen geht am Besten wenn ich Serifen von Serifenschriften mit der Form von serifenlosen Schriften mische.
Semi8
Posts: 119
Also es tut mir furchtbar leid das ich jetzt zum dritten mal hintereinander in das Thema poste, aber vielleicht erbarmt sich ja noch jemand und gibt Feedback zu meinem aktuellen Stand :)

Ich habe das Thema jetzt mal weiter betrachtet, und zwar im Kontext meiner Mappe und habe jetzt letztenendes diese Arbeit erstellt. Sie ist noch nicht ganz fertig, aber mein momentaner Status Quo mit dem ich ganz zufrieden bin.

http://imageshack.us/photo/my-images/26/serifs.jpg/

http://imageshack.us/photo/my-images/268/serifs2.jpg/

Es wäre total nett wenn noch jemand seine Meinung darüber posten könnte. Auch ob man so einer Arbeit in die Mappe stecken kann...
Blacksmith's picture
Blacksmith
Posts: 3370
Naja, die Schriftnamen brauch es nicht wirklich denke ich.
Ist schon was anderes als zu Beginn, weitermachen!
Aber auch nicht unbedingt drauf versteifen.
Denn das dritte Plakat in der Reihe sagt auch nichts neues mehr aus. Immer wieder:"mir fehlen die Serifen". Da kommt nichts überraschendes mehr...
ODER?

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

Semi8
Posts: 119
Also die Schriftennamen habe ich hinzugefügt, damit der "Gedankengang" halt schneller verstanden wird. Soll heißen, wenn die Mappe schnell durchgesehen wird, das so vielleicht auf den ersten Blick klar wird das es die gleiche Schrift ohne Serifen ist. Oder meint ihr das geschulte Auge der Profs sieht das sofort?
Weil auch ihr, die jetzt den Thread durchgelesen habt, kennt ja schon den Gedanken dahinter und müsst das Plakat nicht auf den ersten Blick "neu" verstehen.

Und das mit einer Reihe aus Plakaten: Ja stimmt schon, der Gedanke ist immer gleiche. Vielleicht fällt mir noch ein interessanter weiterführender Gedanke ein.
Aber ich bin halt auch ein Fan von Serien und finde hier bietet es sich toll an mit einem umgemodelten Satz, anderer Schrift und neuer Farbe das ganze zu erweitern.
carmen
Posts: 558
schöne Weiterentwicklung! (y)
Aber ja, zwei Mal die selbe Idee (also nur abgewandelter Satz und Schrift) ist nicht so besonders aufregend. Vielleicht mal mit anderen „Körperteilen“ von Buchstaben ausprobieren — gibt ja nicht nur Serifen :)
Also weiter so, und zeig uns wieder, was draus wird! Find ich toll mitzubeobachten ;)

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