Agfa Solinette II

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Anonymous
Agfa Solinette II
Ich habe gestern eine alte Kleinformat-Kamera von meinem Opa bekommen, eine Agfa Solinette II.
Leider gabs keine Gebrauchsanweisung mehr und jetzt sitze ich hier seit gestern Abend und versuche krampfhaft, ein Bild zu machen.
Gibts hier jemanden, der diese Kamera rein zufällig auch hat und mir erklären könnte, wie sie funktioniert? Ich habe im Internet schon diverse Gebrauchsanweisungen von der Super Solinette und Isolette gefunden. Eigentlich ähneln sich die Kameras so sehr, dass mir das weiterhelfen müsste, aber irgendwie... ich scheine wohl zu wenig autodidaktisches Talent zu besitzen.
Deshalb, ist hier jemand, der auch ne Solinette II besitzt und sie bedienen kann? Wär super!
ohne titel
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was ist denn die konkrete frage? vielleicht kann dann jemand weiterhelfen.

film ist erfolgreich drin?
wenn ja: zeit, blende, fokus einstellen, verschluss spannen, abdrücken, film weiterdrehen, etc...
viele kameras dieser zeit mögen es nicht, wenn man die zeit mit gespanntem verschluss einstellt.

wenn noch kein film drin: kannst du auslösen?
geht dann der verschluss auf? (vorher spannen, durchkucken...)
wenn die zeit auf 1 steht, sollte dabei der verschluss für eine sekunde aufgehen, währenddessen gleichmäßig surren und dann wieder zugehen.

tut die kamera irgendetwas davon nicht, ist was faul, oft ist das fett in den dingern verharzt.
Anonymous
Halt mich nicht für blöd, ich hab son altes Dingen zum ersten mal in der Hand: wenn ich den Verschluss gespannt habe und dann auslöse, dann sollte der Hebel doch eigentlich zurückspringen, oder? Das tut er nicht.
Ansonsten klappt alles. Film ist auch drin und eingespannt, weiterspulen kann ich auch, alle anderen Rädchen und Hebel funktionieren auch.
Drei Markierungen verstehe ich nicht: X, M und nochmal M. X und M sind oben neben dem Verschlusshebel, das andere M ist unten.

Hab mal 2 Bilder davon gemacht, damit du siehst, was ich meine:
[url=http://www.flickr.com/photos/gluexkind/5675689103/][img]http://farm6.static.flickr.com/5310/5675689103_b568e81fbf.jpg[/img][/url]
[url=http://www.flickr.com/photos/gluexkind/5676250956/][img]http://farm6.static.flickr.com/5270/5676250956_62b96ae471.jpg[/img][/url]
Blacksmith's picture
Blacksmith
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[quote="gluexkind"]dann sollte der Hebel doch eigentlich zurückspringen, oder? Das tut er nicht.
[/quote]

Auch wenn das sicherlich nicht mein Fachgebiet ist, bei der alten Kamera die ich hier mal hatte ist der Hebel immer direkt in seine Ausgangsposition zurückgeschnellt. Beim Baugleichen Modell gings nicht mehr, da wars das verharzte Fett, bzw. das verharzte Gemisch aus Fett und Sand und Alter.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

ohne titel
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x, m bezeichnet unterschiedliche modi für die blitzsynchronisation - sollte für dich egal sein.

wenn der verschluss nicht läuft, mach erst mal den film wieder raus - das wird so schnell nix...

schau mal bei offener rückwand durch die kamera: ist der verschluss offen oder zu?

wenn offen: verharzt.
wenn zu: verharzt oder kaputt...

um so eine verharzung zu beseitigen, gibt es drei wege:

- bring das ding zu einem reparaturservice. das kostet ab ca. € 60,-
- zerlege das ding (objektiv/verschlussbaugruppe von der kamera basteln, verschluss vom objektiv basteln, die kleine feder suchen, die dabei hinters sofa katapultiert wurde...), wasche den verschluss mit waschbenzin, bis das benzin sauber bleibt, fette das ding neu.
- stelle deinen backofen auf 50 grad, kamera ca. 2 stunden backen, bis sie goldbraun ist... bei halboffener backofentür warm werden lassen und einige zeit drin lassen; meistens geht dann wieder alles; wenns zu kalt/kurz war, bringts nichts; wenns zu heiß war, geht das plastik kaputt oder das fett läuft innen drinnen über das objektiv.


ich selbst habe alle drei methoden schon verwendet.
variante 1 natürlich nur bei kameras, die das noch wert sind.
variante 2 setzt geduld voraus. ich habe das bei einigen mittelformatobjektiven aus ddr-produktion gemacht, da sind die teile so groß, dass ich sie noch sehen kann; bei einer voigtländer vito b hab ich die einzelteile nie wieder gefunden.
variante 3 habe ich schon relativ häufig angewendet; meistens, unter anderem auch bei einem prontor-verschluss, wie er in deiner kamera verbaut ist, mit erfolg. man sollte das aber wirklich nur als alternative zum wegwerfen betrachten.

ein tip zum schluss: wenn das ding denn mal läuft, regelmäßig bei allen zeiten auslösen. so zweimal im jahr darfs schon sein. dann bleibt das alles länger funktionsfähig.
Anonymous
Vielen Dank euch beiden für die Tipps.
Da ich handwerklich sehr ungeschickt bin traue ich es mir nicht zu, die Kamera auseinander zu bringen und mit Benzin und anderen Gemischen rumzuhantieren. Die Backofentechnik habe ich mal mit einer normalen Digicam versucht, über die Cola gelaufen war. Wollte sie so trocknen. Habe sie im Backofen vergessen und nach 3 Stunden oder so konnte ich sie gewellt vom Rost nehmen. Diese Variante lasse ich auch mal lieber sein.
Ich gehe mal morgen zu einem alteingesessenen Fotofachgeschäft, vllt. gibt es ja dort jemanden der sich damit auskennt und mir die repariert.
Achso, nen Blitz habe ich aber auch! Von daher ist das X, M und M wohl doch nicht soo uninteresant!
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"ohne titel" hat schon fast alles gesagt. Allerdings gehe ich davon aus, dass du nicht genau wissen wirst, was ein "Verschluss" überhaupt ist.

Du kannst eine solche Kamera (wahrscheinlich) durchaus bei 50 Grad im Ofen lassen. Im Gegensatz zu deiner Digitalkamera ist dort noch vieles aus Metall.

Zum Überprüfen, ob der "Verschluss", also das Teil, welches für einen definierbaren Moment (1 Sekunde bis 1/300 Sekunde) Licht auf den Film fallen lässt, noch einigermaßen funktioniert, mache folgendes: nimm den Film raus bzw. öffne die Rückwand. Stelle am Drehrad vorne um die Optik eine Zeit zwischen 1 und 300 ein. Spanne den Verschluss mit dem Hebel oberhalb der Zeiten. Drehe am Filmtransportrad am Gehäuse (wahrscheinlich geht der Verschluss erst, nachdem der Film zum nächsten Bild transportiert wurde bzw. das Rädchen betätigt wurde). Jetzt schau von hinten durch die Kamera, halte diese gegen eine Lichtquelle und löse aus. Für einen kurzen (von dir vorher eingestellten) Moment muss nun Licht durch das Objektiv gefallen sein. Dieser Moment muss bei stellung 1 natürlich wesentlich länger (1 Sekunde) als bei Stellung 100 (1/100 Sekunde) sein.

Als nächstes stellst du das vordere Drehrad auf "B", was Langzeitbelichtung bedeutet bzw. heißt, dass der Verschluss so lange offen steht, wie du den Auslöser gedrückt hälst. Auch hierfür musst du den Verschluss wahrscheinlich vorher spannen und das Drehrad für den Filmtransport noch drehen.
Nun sehe wieder von hinten durch und betätige die Blende (irgend ein Ring mit Zahlen 4,5 8 11 16 22 usw.). Hierbei müssen sich Lamellen im Objektiv zusammen ziehen bzw. die Lichtöffnung verringern. Mir ist noch keine (ur)alte Kamera untergekommen, bei der das nicht mehr funktioniert.

Wenn du einen Blitz verwenden möchtest, so benötigst du neben entsprechendem Wissen noch ein Synchronkabel (evtl. Adapter) und eine Blitzschiene zum Ansatz. Den Blitz schließt du mittels dem Kabel an die kleine Buchse am Verschluss an und stellst den Hebel auf "X" was für moderne Blitze relevant ist.

Der kleine rote Hebel ist wohl ein Selbstauslöser.

Um so eine Kamera bedienen zu können, benötigst du unbedingt Wissen darin, wie sich das Zusammenspiel von Verschlusszeit, Blende und Filmempfindlichkeit verhält. Außerdem wirst du einen externen Belichtungsmesser benötigen, zumindest eine einfache Belichtungstabelle.
ohne titel
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sollte es sich um ein erinnerungsstück handeln, mach das so.
wenn du das ding zum fotografieren verwenden willst, ist eine professionelle reparatur wahrscheinlich unwirtschaftlich.
es gibt für weniger geld mehr kamera zu kaufen.
- die kamera ist recht kompakt. diesen vorteil verlierst du aber teilweise, wenn du einen belichtungsmesser rumschleppst.
- das dreilinsige objektiv ist nur abgeblendet brauchbar
- filmtransport und verschluss spannen ist, nun ja, unergonomisch...
- du musst den fokus schätzen (das klappt aber mit etwas übung ganz gut)
- der sucher gibt dir leider auch nur eine grobe empfehlung, was später auf dem bild drauf ist...

daher: wenn du eine kamera zum fotografieren suchst, bist du am nächsten flohmarkt besser beraten, wenn es eher um den spaß an der nostalgischen technik geht: nur zu...

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