Welches Arbeitsmaterial brauche ich für die künstlerische Eignungsprüfung?

 

Welches Arbeitsmaterial brauche ich für die künstlerische Eignungsprüfung?
Vor jeder Eignungsprüfung stand ich aufs Neue vor dieser Frage. Nur wenige Stunden oder Tage sollten darüber entscheiden, ob ich studieren darf oder nicht. Natürlich wollte ich perfekt ausgerüstet sein um die Aufgaben zu rocken und mich ins beste Licht zu rücken. Aber wie?
Ich habe ein paar Prüfungen gebraucht um rauszufinden, was für mich wichtig oder überflüssig ist. Und weil es sich so gut anfühlt, gut gerüstet in der Prüfung zu sitzen, fasse ich meinen Lernprozess in einem kleinen Bericht zusammen. Er basiert auf meinen Erfahrungen für den Fachbereich Kunst, in dem man teilweise wirklich jedes beliebige Medium nutzen kann. Dennoch solltest du anhand dieses Berichtes auch die perfekte Ausrüstung für deinen Studienwunsch zusammenstellen können und zwar ohne dabei unnötig Geld zum Fenster raus zu werfen.


Die Materialliste der Hochschule
Viele Hochschulen legen der Prüfungseinladung eine Materialliste bei. Oft ist die sehr umfangreich. Tatsächlich hatte ich vor der ersten Prüfung nur sehr wenige der genannten Materialien zuhause. Von manchen hatte ich noch gar nicht gehört. Ich habe also erstmal recherchiert, was das ist und dann viel Geld für Material ausgegeben.
Gebraucht habe ich davon schlussendlich nichts. Denn bei allen Prüfungsaufgaben habe ich mich für Mittel entschieden, die ich kannte und mochte. Schließlich konnte ich gerade mit denen zeigen, wie ich arbeite und was mich ausmacht. Bei der letzten Prüfung hatte nicht ein empfohlenes Material dabei. Gleichzeitig war das die Prüfung, in der ich erfolgreich war.


Deine Vorlieben
Die Materiallisten gehen an alle die zur Prüfung eingeladen werden und sollen nur sicherstellen, dass du irgendwas dabei hast, womit du die Aufgaben lösen kannst. Die Prüfungsaufgaben sind nur das Fundament auf dem du zeigen kannst, was du drauf hast. Deine Art zu denken und zu arbeiten ist das, worum es in der Prüfung wirklich geht. Die sollst du in der Prüfung sichtbar machen. Darum sollte es bei deiner Materialwahl auch vor allem um dich gehen. Wenn Zeichenmaterial auf der Liste steht, prüfe, ob es für dich geeignet ist. Du brauchst keine Marker, wenn du mit Aquarellstiften viel besser arbeiten kannst. Genauso überlege, ob, wie und womit du gerne malst, collagierst, bastelst, töpferst – was auch immer in der Prüfung abgefragt wird. Richte dich beim packen genau nach deinen Bedürfnissen. Denn am wichtigsten ist, dass du in der Prüfung zeigen kannst, was Dich ausmacht.
Je freier die Aufgabenstellung, desto freier bist du auch in deiner Materialwahl. In völlig freier Arbeitszeit kannst du auch eine Performance erarbeiten, dir Mitmusikanten suchen, an deiner Nähmaschine arbeiten... Darum lohnt es sich, zu erfragen, wie die Prüfung ablaufen wird.


Die Prüfungsaufgaben
Am besten kannst Du abschätzen, was du brauchst, wenn du die Prüfungsaufgaben vorher schon kennst. Natürlich kann niemand Dir prophezeien zu welchen Themen du arbeiten wirst, doch viele Hochschulen behalten das Grundgerüst der Prüfung über Jahre bei.
In der Prüfungsliste auf precore.net sind die Eignungsprüfungen verschiedener Hochschulen und Studiengänge erklärt. Besonders wenn die Prüfungen mehrerer Jahre hier online stehen, kannst du gut abschätzen, was Dich erwartet. Auch Studierende der Wunschhochschule erklären gerne, wie ihre Prüfung gestaltet war. Sie kannst du ausfragen, wenn du dir die Hochschule anschaust, oder du suchst hier im Forum oder in den sozialen Medien.
Manche Hochschulen erklären den Prüfungsablauf bei der Mappenberatung. In diesem Fall kannst du vielleicht sogar erfahren, wie die verschiedenen Prüfungsteile gewichtet sind.
Wenn du die Aufgabenbereiche schon kennst, kannst du dir eine Liste mit wirklich hilfreichen Dingen für die jeweilige Prüfung zusammenstellen. Achte dabei vor allem darauf, welche Papierformate vorgeschrieben werden und welche Arbeitsmittel erlaubt und von den Prüfenden empfohlen sind.


Gibt es völlig ungeeignete Arbeitsmittel?
Ungeeignet für die Prüfung ist erstmal alles, mit dem du noch nicht gearbeitet hast. Zum einen weißt du noch nicht, was du mit dem Werkzeug machst und wie DU ein bestimmtes Ergebnis erzielst; zum anderen zeigst du damit weder Deine individuelle Stärke noch das besondere an deiner Arbeitsweise. Mit einem vertrauten Medium kannst du viel besser zeigen, was diese Hochschule an dir haben wird.
Zudem gibt es Arbeitsmittel, die den zeitlichen oder räumlichen Rahmen sprengen. Zum Beispiel müssen Farben bis zum Abgabezeitpunkt schmierfrei und trocken sein, also lässt du Ölfarben besser zuhause. Auch gibt es oft Formatbeschränkungen. Du brauchst also nicht wahnsinnig viel Material. Wenn du digital Arbeiten willst, solltest du vorher abklären, ob du vor Ort drucken, oder die Arbeit als Datei abgeben darfst.
Bedenke auch, dass du dir den Prüfungsraum mit vielen anderen Prüflingen teilen wirst. Darum verzichte auf Material, das stinkt, brennt oder sonst irgendwie gefährlich oder störend ist.


Was geht immer?
Klar ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Prüfungsaufgaben erfolgreich zu bearbeiten. Je mehr Arbeitsmittel du sicher einsetzen kannst, desto mehr Auswahlmöglichkeiten hast du.
Vielleicht bewirbst du dich aber mit einer reinen Text- oder Fotomappe und hast noch nie etwas Visuelles mit deinen Händen geschaffen? Dann bist du mit diesen Grundlagen gut ausgestattet: Papier, Blei- und Buntstifte sind in fast jedem Haushalt vorhanden und können viel von dir zeigen: wie du deine Hände führst, wie du deine Umwelt wahrnimmst und auf Papier übersetzt, wie du denkst und wie viel Vorstellungskraft du hast. Es ist dabei nicht wichtig, technische Meisterleistungen zu vollbringen. Vielmehr geht es darum den Prüfenden einen Einblick in deine Gedankenwelt zu geben.  
Um dich in der Prüfung etwas selbstbewusster zu fühlen, kannst du vorher in einem Skizzenbuch üben. So entwickelst du eine Sicherheit im Zeichnen und hast noch ein Skizzenbuch für die Mappe.


Und wenn dann doch was fehlt?
Ruhig bleiben und die anderen Prüflinge fragen. Die meisten sind hilfsbereit und befinden sich in der selben Situation wie du auch. Außerdem gibt es vor Ort wahrscheinlich einige hilfsbereite Studierende und vielleicht einen kleinen Künstlerbedarf in der Nähe. Abgesehen davon bist du natürlich kreativ und kannst improvisieren.


Nach der Prüfung
precore.net ist eine Plattform in der die Bewerber der Vorjahre, Wissen für die Nächsten sammeln. Wenn du magst, stell doch deine Prüfung online und ergänze sie mit Infos, Tipps und deinen Erfahrungen.

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