PDF-Bewerbung für ein Praktikum

 

Ob Schul-, Vorpraktikum oder ein freiwilliges – es gilt, sich zu bewerben.

Wie bewirbt dafür man sich bei Agenturen im kreativen Bereich? Manchmal sind die Praktikumsstellen ausgeschrieben, dann stehen die Anforderungen und der Bewerbungsweg in den Informationen – doch auch bei Initiativbewerbungen kann man davon ausgehen, dass die Bewerbungsunterlagen und vor allem das Portfolio per PDF eingereicht werden sollten. Diese Variante ist am kompatibelsten mit den verschiedenen Computersystemen, das Aussehen der Bewerbung wird bewahrt und die Dateigröße ist vergleichsweise klein. Eine analoge Bewerbung ist in unserer Branche eher selten, weswegen es hier nicht darum gehen wird.

 

Digital vorbereiten: klein, aber oho!

Wird ein PDF verlangt, sollte dieses wie auch bei der Mappe und späteren Berufsbewerbungen nur die stärksten und aussagekräftigsten Arbeiten enthalten. Die Dateien sollten E-Mail-Fächer nicht verstopfen oder eine halbe Stunde für den Download brauchen, also keine 100 mb groß sein. Das heißt, dass man nicht nur seine Bildauswahl intelligent einschränken, sondern auch digitale Tricks anwenden sollte. Eine gute Größe für ein Portfolio-Bewerbungs-PDF ist maximal 10 mb. Dabei bleibt genug Speicherplatz für Informationstexte zur eigenen Person und zum Werdegang, aber auch für die wichtigen Bilder.

Digitale Bilder für die Webanwendung müssen nicht in Druckqualität abgespeichert werden. Es reicht eine Speicherung in 72 dpi, welche ihr in gängigen Programmen wie Photoshop oder auch mit dem “Drucker” von z. B. Windows (als PDF drucken – 72 dpi) ausgeben könnt. Das gängige kostenlose Programm zur PDF-Anzeige, Adobe Acrobat Reader, findet ihr übrigens HIER (LINK).

Die Bilder sollten keine 5000 px breit oder hoch sein, aber bei 72 dpi am besten auch nicht nur 500 px Breite vorweisen, weil der Qualitätsverlust für eine Vollbildanzeige dann doch zu groß sein könnte. Am besten probiert man ein wenig herum, bis man eine gute Balance zwischen Qualität und Datengröße erreicht hat. Durch Vergrößerung oder Verkleinerung der Pixelzahlen kann man darauf Einfluss nehmen, sollte aber von den 72 dpi (maximal alternativ 96 dpi) nicht abweichen.

In den Bildgröße-Einstellungen in z. B. Photoshop seht ihr die Pixelangaben, die dpi, und auch die Millimeter eures Bildes. Dort könnt ihr darauf Einfluss nehmen. Übrigens macht es technisch keinen Sinn, eine höhere Millimeter- oder Pixel-Anzahl in Photoshop für euer Bild einzustellen, als euer Bild-Element am Ende im Portfolio-Dokument haben wird. Die Angaben dazu findet ihr in eurem z. B. InDesign-Dokument.

 

 

 

Das Layoutformat eurer Bewerbung ist euch frei gestellt – manche bevorzugen breitformatig und an Bildschirmpixel-Zahlen angepasste Formate, andere mögen DIN-Formate, damit man es bei Interesse (aber vorsicht – mit den eingestellten 72 dpi!) ausdrucken kann. Andere möchten sich mit einem quadratischen PDF präsentieren, andere hochformatig – es steht einem, wie auch in der Mappe, frei. Gut ist, wenn man ein Portfoliobild in der Vollbildansicht gut betrachten kann – also keine 10.000 px mal 500 px und damit ein sehr schmales, längliches Hochformat, bei dem man im Vollbild nichts mehr erkennen kann.

Ist alles gesetzt und gelayoutet, wird das Bewerbungs-PDF aus z. B. InDesign exportiert. Dazu kann man “Kleinste Dateigröße” in den Exporteinstellungen anwählen. Stellt in den Exporteinstellungen unbedingt ein, dass das Farbprofil ein sRGB-Profil sein soll, wenn eure Bilder ausschließlich auf dem Bildschirm präsentiert werden, da die bisherigen Schritte darauf ausgelegt waren.

 

 

 

Up ins Internet damit!

Der Bewerbungsweg kann klassisch über Mail mit Anhang begangen werden. Gerade hier fallen jedoch große Dateien schwer und negativ ins Gewicht, aber dafür wurde ja bis hier alles schön klein abgespeichert! :) Eine Mail mit 10 mb wird trotzdem nicht immer gerne empfangen. Einige freie Mailanbieter haben außerdem Größenbeschränkungen für das Versenden der eigenen Daten.

Manchmal bieten Augenturen auf ihren Websites ein internes Upload-Tool an, um die PDF-Datei direkt bei ihnen hochladen zu können.

Eine weitere Möglichkeit sind Upload-Tools aus dem Internet, so wie ein Dropbox-Verteilerlink oder Plattformen wie WeTransfer, mit denen ihr Downloadlinks sicher versenden könnt. Achtet bei Dropbox nur darauf, dass die Datei nur so lange zum Download verfügbar ist, wie sie in eurer eigenen Dropbox hinterlegt bleibt. Ist sie bei euch gelöscht, kann sie niemand mehr herunterladen.

 

Informationen aufbereiten

Zeigt gerne auch bei den Daten zur Person, dass ihr ein Gespür für Design habt! Jeder kennt und kann das 0815-Bewerbungsdeckblatt und den Lebenlauf. Gebt den Infos rund um eure Person ruhig eine neue Form, layoutet ein wenig. Es sollte in der Regel nicht zu verspielt sein, sondern eher stilsicher und seriös und dabei natürlich nicht auffälliger und einnehmender als das Portfolio selbst. Lasst euren Bildern genug Freiraum und sie für sich sprechen. Die Arbeitsproben sind und bleiben der wichtigste Aspekt einer Bewerbung. Das heißt, eure Unterlagen müssen nicht aussehen wie jede andere Bewerbungsvorlage aus dem Internet, sollten einen dabei aber ebenso wenig erschlagen oder zu sehr ablenken.

Es sollten alle wichtigen Informationen zur Person vorhanden sein, also inklusive Portraitfoto, Lebenslauf, Motivationsschreiben, Infos rund um das benötigte Praktikum (Art, Dauer etc.), Kontaktdaten und Anschreiben. Die formalen Zeugnisse aus der Schule sind erst einmal weniger interessant, präsentiert euch in eurer Bewerbungs-PDF lieber persönlich und mit der Kraft eures Portfolios, statt mit staatlichen Dokumenten.

 

Bildauswahl

Wie bereits gesagt nur die stärksten Arbeiten, und diese in einer guten, qualitativ hohen Auswahlbegrenzung. Da es verschiedene Praktikumsarten gibt und die Bewerber aus unterschiedlichen Ausbildungsstufen kommen können – SchülerIn, StudienanfängerIn, AbsolventIn etc. – sind die Kenntnisstände ebenfalls unterschiedlich. Das ist auch okay so, die Firmen und Agenturen wissen durch eure Angaben, aus welcher Position ihr euch für welches Praktikum bewerben möchtet. Allen Bewerbungen ist gemeinsam: nur das Beste zeigen, einen guten Überblick über Interessen, Stärken und Kenntnisstand geben, und die Bewerbung inhaltlich auf das auslegen, wofür ihr euch bewerbt. Keinen Kitsch, Fantasy- und Schauspielerportraits oder Katzenbilder – hier gelten dieselben Regeln wie bei einer Mappenerstellung! Qualität über Quantität.

Habt ihr Serien mit sehr vielen Einzelarbeiten erstellt und möchtet diese in euer Portfolio aufnehmen, reichen zwei bis drei der besten Bilder in großer Darstellung, der Rest kann mit dem Hinweis auf weitere Serienarbeiten wegfallen oder als kleine Vorschau ins Layout gestellt werden.

Ob ihr schriftliche Informationen zu euren Arbeiten bereitstellt, oder nur einen Titel – oder gar nichts – dazu schreibt, steht euch ebenso frei.

 

Das Anschreiben

“Ich wollte schon immer gerne was mit Zeichnen machen” reicht natürlich nicht. Das Anschreiben in einer Bewerbung ist vielen ein Graus, weil es schwierig sein kann, den guten Mittelweg aus professionellen Ausdrücken und der eigenen Persönlichkeit zu finden. Professionelles Schreiben bedeutet nicht, sich gängigen und langweiligen Floskeln hinzugeben. Man kann seine Ziele, Qualifizierungen, Erfahrungen und durchaus auch die positiven Wünsche an die Agentur in einem freieren Text gut verpacken. Das wirkt ehrlicher, sympatischer und vor allem lockerer.

 

xXsuesse_mausXx@666mailz.de

Nutzt eure seriösteste E-Mail-Adresse zum Versenden eurer Bewerbungsunterlagen. Am besten eine mit eurem Namen statt einem Nicknamen. Stellt euch selbst zur Bestätigung in den BCC, damit ihr eine Kopie der E-Mail bekommt, wenn diese erfolgreich versendet wurde. So wisst ihr, dass diese heile aus eurem Postausgang verschickt worden ist.
Eine seriöse E-Mail-Adresse sollte sich jeder einmal anlegen, da deren Nutzung in Zukunft sicherlich öfter verlangt wird – beispielsweise bei der Wohnungssuche, dem Studium oder für Kontakte in der Designbranche.

Neuen Kommentar schreiben

Friends

  • Art Directors Club
  • Butter & Fisch
  • Designdidaktik
  • Designspotter
  • designweeks.net