Master oder nicht???

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marinakäfer
Beiträge: 119
Master oder nicht???
Hey ho,

ich habe im Sommer meinen BA in KD an der FH Mainz gemacht und weiß absolut nicht ob ich den Master noch hinter dran hängen soll oder nicht. Auf der einen Seite möchte ich gerne jetzt Geld verdienen und auf der anderen Seite habe ich angst, es später zu bereuen wenn ich den Master nicht mache. Zwar könnte ich auch genau so gut erst mal 1-2 Jahre arbeiten gehen und ihn dann machen, aber ihr wisst ja genau so gut wie ich, dass wenn man mal am arbeiten ist auch dabei bleibt und nicht mehr studieren gehen will. Außerdem bin ich nicht mehr Anfang 20, was die Entscheidung nicht gerade vereinfacht.

Fakt ist einfach, das ich überhaupt gerne wissen möchte ob es denn so viel mehr ausmacht wenn man den Master macht?! Hab ich dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder bringt der mir nur was wenn ich eine führende Position einnehmen will??? In dem Beruf ist es ja im Prinzip latte welchen Abschluss man hat, sondern viel wichtiger ist ob du was kannst und gut bist und vermutlich auch Berufserfahrung hast.

Naja ich weiß auch nicht wer von meinen Kommilitonen alles den Master macht, so lange läuft das ganze ja noch nicht. Wie sieht es bei Euch aus, wer macht ihn und wer sch**** drauf?

Mit dem Diplom hätte ich das Problem nicht, hach jaaaaaa :(((((

Grüßle
schokogourmet
Beiträge: 170
Hey,

ich bin in der gleichen Situation und hab mich gegen den Master entschieden - vorerst zumindest. Dieses Hintertürchen will sich ja irgendwie jeder offenhalten und kaum einer schafft es, was ja auch verständlich ist. Andererseits kenne ich schon so viele Designer, deren Karriere sich überhaupt nicht geradlinig entwickelt hat (was ja nicht immer schlecht sein muss) und dann ist es nicht verkehrt, noch einen Plan B zu haben.

Das Thema wurde ja hier schon öfters Mal besprochen, ind er UNi hatten wir da auch ewige Debatten darüber, und ein Patentrezept gibt es halt mal wieder nicht, habe ich den Eindruck. Freunde von mir, die fest überzeugt vom Master waren haben sich dann doch für den Job entschieden und andersrum. Was die Agenturen zu der ganzen Sache sagen ist mir auch nicht so richtig klar, es ist bestimmt auch stark von der Situation und dem jeweiligen Bewerber abhängig. Eigentlich gilt bei uns ja immer die Faustregel, dass das Portfolio über allem steht - ob das immer so stimmt, weiß ich aber auch nicht.

Bei mir war die Entscheidung hauptsächlich davon geprägt, dass Berufserfahrung für mich momentan wichtiger ist als der Titel.
Ich bin auch noch relativ jung und könnte mir das tatsächlich gut vorstellen, in 2 Jahren wieder in die Uniwelt einzutauchen zu wollen um noch mal experimentierfreundiger arbeiten zu können.

Gibts vllt schon Erfahrungsberichte von Masterstudenten die länger dabei sind, oder schon fertig?
marinakäfer
Beiträge: 119
Danke für deine Antwort, beruhigt mich das zu hören :wink:
Berufserfahrung ist und bleibt sau wichtig und sollte man wohl erst mal in Angriff nehmen,
wenn ich mir so teilweise die Stellenausschreiben anschaue :?

Die Erfahrungsberichte von Masterstudenten und Absolventen würden mich allerdings auch brennend interessieren.
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Blacksmith
Beiträge: 3268
Warum willst du den einen Master machen?
Warum würdest du ihn mit einem Diplom nicht machen?
Was versprichst du dir vom Master?
Du kennst den Unterschied von Konsekutivem und Nichtkonsekutivem Master?

Sofern nicht vorhanden, sammel Praxiserfahrung (2Jahre) und überlege dann den Master zu machen.

Für mein Verständnis machen oft die falschen Leute und/oder aus den falschen Gründen den Master. Bachelor oder Diplom reichen meistens aus.

Frag doch lieber direkt, ist besser als nen "Erfahrungsbericht" ins Blaue zu geben.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

schokogourmet
Beiträge: 170
Die "Schlussworte" wurden ja irgendwie schon gesprochen, trotzdem würden mich noch ein paar andere Meinungen interessieren, und auch die Einschätzungen von Masterstudenten.

ZB ob sie den Master als "noch mal intensiveren Bachelor" empfinden, oder ob es sich um eine komplett andere Art des Studieren handelt (ja klar, das ist auf jeder Hochschule/in jeden einzelnen Masterstudium verschieden und ja, das ist eine sehr subjektive Angelegenheit... aber für diesen - auch persönlichen - Austausch ist so ein Forum doch da, oder?)
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Blacksmith
Beiträge: 3268
Empfindest du das als Schlussworte?
Gut, wenn man nicht drauf eingeht trifft das wohl zu :wink:

Um deine Frage zu beantworten zitiere ich nochmal meine Frage:
Quote:
Du kennst den Unterschied von Konsekutivem und Nichtkonsekutivem Master?

Denn das ist schon ein Unterschied. Und das nicht nur Inhaltlich.
Als "Fachfremder" kann es garnicht wirklich intensiver oder schwerer sein.
Als Aufbaustudium wiederum kann man keine Rücksicht auf Grundlagen nehmen.

Ein Masterstudium ist eben etwas anderes. Es kann z.B. eine Intesivierung eines Themas sein (Fortführung der B.A.-Thesis) oder aber auch ein "neuer Bereich" den man spannend findet.

Manchmal ist es auch ein Vorteil einen zweiten Bachelor zu machen und eben keinen Master.
Grad weil die Arbeitsweise vielleicht nicht jedem liegt.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

schokogourmet
Beiträge: 170
Danke für die Antwort, auch wenn ich gar keine Frage gestellt hatte :-)
Hast du, Blacksmith, denn persönlich Erfahrung mit dem Master?
Darum ging es mir nämlich, deshalb habe ich hier mitgepostet. Allgemeine Infos gibt es häufig und überall, die kenne ich auch schon zu genüge (natürlich kenne ich die fachspezifischen Unterschiede) ich hätte gern mal einfach eine Stimme gehört, die eigenge Erfahrungen bringen kann. So ganz frei von Allgemeingültigkeit. :wink:
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Blacksmith
Beiträge: 3268
Ok, Meinungen hören ist kein Frage stellen. Das stimmt.
Bleibt aber das man die beiden Masterarten schwer miteinander vergleichen kann.

Ich bin im Masterstudium. Möchte aber ungerne einfach frei Erzählen. Das hat ja kein Anfang und kein Ende. Deswegen bitte schon etwas genauer werden was interessiert.

Ich hatte verschiedene Gedanken zum Master und der Durchführung.
Fachlich in D
Fachlich in GB
Generalistisch in D (an der alten HS)
"Fachfremd" in D
(Ich muss dazu sagen das ich mich in und zwischen mehreren Disziplinen bewegt habe. Abgeschlossen habe ich in einer, bin aber in mehreren zu Hause. Das "Fachfremde" vereint alle Disziplinen hat aber nur zum Teil mit der Fachlichkeit meines Abschlusses zu tun.)

Ausgeschlossen habe ich einen 2. B.A da ich eh schon breit aufgestellt bin und lieber intensivieren wollte und das Arbeitsleben brauchte ich auch nicht mehr kennenlernen...

Habe mich gegen die Fachlichkeit in D entschieden weil dann wiederum andere für mich interessante Aspekte zu kurz gekommen wären.
Das selbe gilt für die Fachlichkeit in GB, Bonus wäre allerdings die Sprache und die Stadt gewesen(London).
Generalistisch wäre interessant gewesen, wollte mich aber von meiner alten HS lösen.
Das führte alles nun zu meiner jetzigen Wahl, dort kann ich alle meine Interessen verbinden und intensivieren, bei Interesse aber auch neues hinzunehmen. Das ist in dem Fall halt ganz Praktisch.
Ich habe aber nicht vor, zwingend in dem Bereich auch zu bleiben.

Erste Schritte - hiermit fängt alles an.

buschimaus
Beiträge: 13
Servus Marinakäfer,

auch wenn ich keinen Master gemacht habe, so habe ich immerhin ein Diplom abgeschlossen. Ich muss sagen das es eine sehr gute Entscheidung war, da das immer eine Referenz in deinem Werdegang darstellt. Wenn dich Unternehmen von außen beurteilen sehen sie eben zuerst auf den Lebenslauf und wenn du einen Rang höher bist ist das umso besser (kannst ja praktische Erfahrungen auch durch Praktika sammeln).

Wie man dann in den Arbeitsmarkt eintritt ist hin wie her besch***en. Alle wollen 20 jährige mit bestem Abschluss und 5 Jahren Berufserfahrung :evil:

Allerdings gibt es ja immer noch sachen wie Fernstudium etc. (mache ich grad übrigens). Und wenn du in einer Firma etabliert bist finanziert die das evt. sogar für dich.

Fazit: nen Job zu finden ist so oder so schwierig, aber was du hast das hast du halt :P
marinakäfer
Beiträge: 119
Hallo buschimaus,

ja da hast du evtl. recht, ich habe mich übrigens immer noch nicht entschieden :roll:
Überlege immer hin und her und denke mir das wenn man die Wahl zwischen einem Masterabsolventen und einem Bacheloranten hat, sich doch für das vermeintlich bessere entscheidet. Aber da spricht eben auch wieder die Mappe dagegen, weil diese ja eigentlich der ausschlaggebende Punkt ist. Da kann man den Master machen und trotzdem nur Müll drinne haben. Aus Erfahrungen von Freunden weiss ich auch, dass bei Vorstellungsgesprächen die Arbeiten aus der Praxis zählten und auf die Sachen aus dem Studium wurde keinen Wert gelegt.

Naaaaa ja, neues Jahr neues Glück oder wie auch immer, fakt ist, dass die Anmeldung für den Master im Sommer immer näher rückt (bei den meisten ja nur zum WS) und ich doch sehr mit dem Gedanken spiele es zu machen, zumal ich die Chance hätte, weiterhin in der Firma zu arbeiten, wo ich schon die ganze Zeit als Studentische Aushilfe tätig war. Weiss zwar nicht ob die noch weitere 3-4 Semester Arbeit für mich hätte aber das ist ja erst mal egal. Das mit der Krankenkasse bis zum eventuellen Studienbeginn ist viel schlimmer :?
Ich weiss auch gar nicht wie Zeitintensiv der Master ist und ob man nebenher überhaupt arbeiten kann. Mein Bruder macht momentan den Master zwar in Biologie, aber Zeit hat er definitiv nicht.
Brainpulse
Beiträge: 2101
Also der Master an der FH Mainz erscheint mir doch sehr forschend und experiementierend. Bringt dich sicherlich fachlich und persönlich weiter. Das ist zumindest mein Eindruck was ich bisher, erlebt und gehört habe (Austellungen, Vorträge etc.). Hast du ja auch alles bestimmt mitgekriegt.

Aber rein berufsqualifizierend halte ich den Mainzer Master nicht. Das kann auch meiner Meinung nach kein Master sein weil es in der Praxis letztendlich auf 2 Dinge ankommt: Deine Mappe und Praxiserfahrung. Dass die Chemie stimmt weil "Peoples Business", ist der dritte Punkt, aber das setz ich voraus.

Ich finde dass man den Mainzer Master vielmehr für sich macht wenn man sich persönlich weiterentwickeln und weiter forschen möchte. Aber wer hofft, daraus eine beruflichen Vorteil zu erzielen, ist meiner Meinung nach auf dem Holzweg (höhö Holzstraße ^^).

Und wie zeitintensiv das alles ist, kannst du auch selbst direkt bei den Profs durch Sprechstundentermine in Erfahrung bringen. Oder laber einfach die Masterstudis an. Hier kennt doch jeder jeden...

Ich finde der Mainzer Master ist für diejenigen geeignet, die sich weiter entwickeln wollen (fachlich und persönlich) und für diejenigen die schon Praxiserfahrung haben und sich jetzt nochmal weiterentwickeln möchten. Außerdem würde ich den Master ebenso machen, wenn ich schon mit 20 angefangen hätte zu studieren. Solang man jung ist, hat man eh nichts zu verlieren. Diese Erfahrungen würde ich aufjedenfall noch mitnehmen. Wenn man allerdings mit 30 noch nicht richtig gearbeitet hat bzw. erst mit dem Studium fertig ist, sollte man vll. doch erst mal Berufserfahrung sammeln - wird echt Zeit...

Wer sich allerdings aus dem Master erhofft, später in eine super geile trendige Designklitsche unterzukommen, bezweifle ich. Denn am Ende eines BA Studiums sieht man auch bereits ob jemand Potential hat oder nicht. Und ich bezweifle dass ein Master ihn da noch besser macht... Und ob du eine führende Position bekommst, hängt von deinen Berufserfahrungen bzw. Berufsjahren ab und wie gut du dich im Job machst. Und nicht welchen Abschluss du mal vor zig Jahren gemacht hast. Davon bin ich überzeugt.

Kurz: Diesen Master macht man für sich und nicht für andere um einen Wisch vorzulegen.
Beantworte keine Fragen zu Mappen über Private Messages.
PixelDisturbance
Beiträge: 53
@marinakäfer

Unser Prof sagt immer...

"Mit nem Bachelorabschluss seit ihr ein armer Indianer,
mit nem Masterabschluss werdet ihr zum Häuptling
und mit nem Doktorabschluss... Stammesältester!"


Nur mal so am Rande (y)
Moosmutzel
Beiträge: 1191
Das finde ich aber Quatsch. Ein Master ist nicht für jeden sinnvoll. Viele denken, mit dem Master haben sie bessere Bewerbungschancen. Aber ein top Portfolio zählt bei vielen Jobs mehr als ein Abschluss. Wenn man nicht gerade Dozent werden oder in die Forschung will...
oddball-l
Beiträge: 7
Ob Master oder nicht sollte jeder für sich selbst entscheiden und hängt von vielen Faktoren ab. Einige meiner ehemaligen Arbeitskollegen haben einen Master und ich einen Bachelor. Wir hatten die gleichen Tätigkeiten und sicherlich ein ähnliches Gehalt. Besonders im Design kommt es eher auf andere Faktoren an, wie bespielsweise Talent und Leistungsbereitschaft.

Dennoch werde ich zum kommenden Wintersemester einen Master beginnen.

Ein Grund hierfür ist, dass in Deutschland häufig auf den akademischen Grad geschaut wird.
Zumindest wenn man Selbstständig arbeitet und die Partner einen höheren akademischen Grad haben. Der Bachelor im Allgemeinen hat insgesamt einen schlechten Ruf in der Wirtschaft. Dies habe ich aus vielen Richtungen gehört und bezieht sich häufig nicht auf Design, sondern auf andere Studiengänge. Leider führen einige Leute dann negative Rückschlüsse auf andere Fachbereiche.

Der Master in vielen Bereichen fest vorgesehen! In diesen Fachgebieten stehen mehr Masterplätze zur Verfügung als im Bereich Design :-/.
Ein Freund hat gerade seinen Master in Wirtschaftsinformatik erfolgreich beendet. Er hatte sich einfach dafür nur "eingeschrieben" ohne Portfolios, Prüfungen etc. Es kam nur auf seine Durchschnittsnote an. Glaube durfte nicht unter 3,0 sein.

Außerdem wird man als Dozent/in und Professor/in ebenfalls nach dem akademischen Grad bezahlt Das deutsche Hochschulsystem ist da doch recht bürokratisch. Allerdings gibt es sicherlich jene, welche das auf keinen Fall in Betracht ziehen.

Das in Kurzfassung zu meienr Entscheidung.
"Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß."
Johann Wolfgang von Goethe
Anonymous

Mich würde mal die Meinung von Bühnenbildnern oder Kostümbildnern/Modedesignern dazu interessieren.
Theater und Film läuft doch noch ein wenig anders als Design generell.
Ich fände es mit meinem baldigen Kostümbildstudium z.B. interessant mich nach ein paar Jahren Berufserfahrung auch noch mit Szenografie auseinander zu setzen.
Aber ein konsekutiver Master im Kostüm wäre vielleicht auch hilfreich. Nicht unbedingt was Jobchancen angeht, eher was die persönliche Weiterentwicklung angeht. Etwas völlig Fachfremdes würde mich allerdings weniger interessieren, eher eine logische und nützliche Weiterbildung.
Hat da jemand Erfahrungen auf diesem Gebiet?

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